Das Projekt

AERIS-10 ist ein quelloffenes, kostengünstiges Phased-Array-Radar bei 10,5 GHz mit pulslinearer Frequenzmodulation (LFM). Es stammt von Nawfal Motii, einem Ingenieur aus Marokko, und überschritt diese Woche mit über 19.000 Sternen die GitHub-Trends.

Zwei Varianten

| Variante | Reichweite | Antenne | Ausgangsleistung | |---|---|---|---| | AERIS-10N (Nexus) | 3 km | 8×16-Patch-Array | ~1 W × 16 | | AERIS-10X (Extended) | 20 km | 32×16-Hohlleiter-Array | 10 W × 16 GaN |

Beide bieten elektronische Strahlschwenkung um ±45°, 360°-Rundumsuche per Schrittmotor, GPS-/IMU-gestützte Zielverortung und eine Python-GUI mit Kartenansicht.

Unter der Haube

Ein FPGA (XC7A50T) erzeugt die Chirps über einen DAC und fährt die Signalverarbeitung: I/Q-Downconversion, Dezimierung und Filterung, Pulskompression, Doppler-FFT, MTI und CFAR-Detektion. Ein STM32-Mikrocontroller übernimmt Power-Sequencing, Takt- und Frequenzsynthese (AD9523-1, ADF4382) sowie die 16-kanalige Phasen- und Verstärkungsregelung über ADAR1000-Phasenschieber und ADTR1107-Frontends, inklusive Strommessung und Thermoüberwachung pro Kanal.

Warum das interessant ist

Phased-Array-Radar war lange die teure Seite der HF-Technik: Arrays, GaN-Verstärker, FPGA-Verarbeitung und Kalibrierwerkzeuge waren kostenintensiv und geschlossen. Schaltpläne, Gerber-Daten, Firmware und GUI unter CERN-OHL-P (Hardware) und MIT (Software) zu veröffentlichen, senkt die Einstiegshürde für Universitätslabore, Drohnenentwickler und ambitionierte Hobbyisten.

Einschränkungen

Der Status ist Alpha, viele Funktionen sind laut Projekt noch in Arbeit, und eine eigenständige Montageanleitung fehlt bislang – der Bauweg führt über Schaltpläne und Produktionsdateien. Hochleistungs-HF und Radaraussendungen sind je nach Land unterschiedlich reguliert; wer experimentiert, muss die lokalen Regeln prüfen.