Mark Zuckerberg hat sich nach einem Exklusivbericht von Politico direkt gegen einen zentralen Vorschlag des Weißen Hauses gestellt, in den USA eine neue Regulierungsbehörde für fortgeschrittene Künstliche Intelligenz zu schaffen. In einem Telefonat mit Präsident Donald Trump in der Woche ab dem 17. August — das nach Angaben einer mit der Sache vertrauten Person von Trump ausging — sagte der Meta-Chef, er lehne den Plan ab.
Der von Googles Nobelpreisträger Demis Hassabis vorangetriebene und von einigen ranghohen Beamten des Weißen Hauses favorisierte Vorschlag sieht eine unabhängige Organisation nach dem Vorbild der FINRA vor, der Selbstregulierungsbehörde der US-Wertpapierbranche. Sie soll fortgeschrittene KI-Modelle prüfen und vor einem breiteren Einsatz auf Risiken testen. Mitte August stellte das Weiße Haus die Idee Trump sowie Technologiekonzernen wie Meta, OpenAI und Anthropic vor.
Zuckerberg bat Trump dem Bericht zufolge nicht, den Plan fallen zu lassen, riet ihm jedoch, Personen in ein solches Gremium zu berufen, die Trumps eigenen, als zurückhaltend geltenden Ansatz bei KI widerspiegeln. Der Austausch reiht sich ein in eine Serie privater Telefonate, in denen Trump und Tech-Chefs die KI-Politik der Regierung geprägt und bisweilen verzögert haben. Im Mai hatte Berater David Sacks — der eine staatliche Regulierungsbehörde als 'DMV für KI' bezeichnet — Trump dazu gebracht, eine geplante KI-Verordnung kurzfristig zu verschieben.
Die Idee ist nicht vom Tisch. Die Regierung erwägt weiterhin sowohl die FINRA-artige Behörde als auch einen von Sacks unterstützten, industrieseitigen Ansatz nach dem Vorbild der Filmwirtschafts-Selbstkontrolle, der nach Sacks' Angaben auf Unterstützung von Elon Musk zählen kann. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Regierung sei bestrebt, 'Innovation und Sicherheit in der KI-Politik in Einklang zu bringen'. Meta lehnte eine Stellungnahme ab.




