Die Entscheidung
Am 23. September 2026 meldete das Jiang'an-Bezirksgericht in Wuhan den ersten Fall der Provinz Hubei zu Urheberrechten an einem KI-unterstützten Kurzdrama. Das Gericht stufte das Werk – eine 47-teilige, rund einstündige Serie namens "Cloud Above XX", die mit generativen KI-Werkzeugen entstand – als schutzfähiges audiovisuelles Werk ein. Keine der Parteien legte Berufung ein; das Urteil ist rechtskräftig.
Warum es schutzfähig war
Chinesische Gerichte verlangen, dass ein Werk eine originelle geistige Leistung eines Menschen ist. Das Gericht prüfte dafür die gesamte Produktionskette: Drehbuchplanung und -text, Prompt-Design für Storyboards, Auswahl von Figuren- und Szenenmaterial, Sichtung der generierten Segmente, dann Schnitt, Detailkorrektur und Audio-/Untertitel-Synchronisation. Mitarbeitende waren in jeder Phase beteiligt und trafen substanzielle Entscheidungen – sie verwarfen Ergebnisse, die nicht zur kreativen Absicht passten. Die KI war Werkzeug, nicht Urheber.
Die Schadensfrage
Da weder tatsächliche Verluste noch Gewinne des Verletzers oder eine Lizenzgebühr belegt waren, setzte das Gericht einen gesetzlichen Schadenersatz fest und wog Laufzeit, Verbreitungsgrad, Veröffentlichungszeitpunkt, Dauer der Verletzung und Verschulden ab. Bei den Produktionskosten berücksichtigte es zwei Kategorien, die für generative Produktion typisch sind: die Rechenkosten des Token-Verbrauchs bei der Erzeugung und die Lizenzgebühren kommerzieller KI-Werkzeuge. Zugesprochen wurden 20.000 RMB (rund 2.900 US-Dollar) plus angemessene Auslagen.
Warum das zählt
Zwei Signale in einem Fall: KI-unterstützte Werke können geschützt sein, wenn Menschen durchgehend die kreativen Entscheidungen treffen – und die Rechenkosten gelten nun als realer Input eines kreativen Produkts und damit als Faktor für das, was ein Verletzer schuldet. Das Gericht riet Kreativen, Drehbücher, Prompt-Entwürfe, Generierungsprotokolle und Projektdateien als Nachweis aufzubewahren, und stellte klar, dass Plattformen nicht annehmen dürfen, KI-generierte Inhalte seien frei wiederverwendbar.
Einschränkungen
Es ist eine erstinstanzliche Bezirksentscheidung in einer Provinz, kein landesweit bindender Präzedenzfall – sie reiht sich aber in mehrere frühere Urteile unterer Gerichte in China ein. Der Schadensbetrag ist bescheiden; die Begründung wiegt schwerer als die Summe.
Quellen
- chinaiplawupdate.comChina IP Law Update — Wuhan Court Considers AI Token Costs in Calculating Damages for Copyright Infringement of AI-Generated Work
- mlex.comMLex — China court factors token costs into damages for copied AI drama
- wisecode.com.twWisecode — Hubei's First AI Short Drama Case: Court Factors Token Costs




