Der Wing Hummingbird 7000W-B wiegt weniger als sieben Kilogramm, hat 16 Propeller – vier für die Horizontal-, zwölf für die Vertikalbewegung –, erreicht bis zu 100 km/h, trägt bis zu 1,2 Kilogramm und liefert in einem Radius von etwa zehn Kilometern. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat den Flug außerhalb der Sichtweite genehmigt. Technisch beeindruckend – genutzt wird er in einer texanischen Nachbarschaft vor allem, um Kartoffeln zu verschicken.

Auslöser war eine Entdeckung im Väter-Chat: Die Siedlung liegt im Liefergebiet von Wings Partnerschaft mit Walmart, Haushaltswaren landen in 25 Minuten auf dem Rasen. Die Frage des Autors Nathan Edwards, ob man auch an fremde Gärten bestellen kann, beantwortete ein Nachbar umgehend – mit einer Kartoffellieferung. Binnen Minuten war ein ganzes Paket Knollen unterwegs.

Jede Lieferung enthielt neben der Kartoffel eine Wasserflache, offenbar als Ballast. Der Preis pro Lieferung: 82 Cent, inklusive. Kein Mindestbestellwert, keine Liefergebühr, Preise wie im Laden. Wing verliert daran Geld – eine Subvention, die das Unternehmen offensichtlich als Wachstumsinvestition begreift.

Wing-Sprecherin Jessie Poole-Strang erklärte auf Nachfrage, man habe über eine Million private Zustellungen absolviert, im Schnitt mehrere tausend pro Tag. Bei der ersten Bestellung müsse die Person physisch anwesend sein, jedes Konto sei verifiziert und jede Bestellung erfordere die Bestätigung einer freien Ablagefläche. Wie bei klassischer Lieferung oder Post könnten Kundinnen und Kunden an die Adresse von Freunden oder Familie schicken lassen; bei Beschwerden helfe der Support.

Das Modell hat Schattenseiten: Wer nur einen leichten Gegenstand braucht, spart gegenüber der Autofahrt – ein gefrorenes Dessert und ein Eis kamen allerdings in zwei getrennten Drohnen an. Und jede Drohne, die liefert, ersetzt potenziell menschliche Arbeit. Für die Nachbarschaft bleibt eine Erkenntnis: Erst die plötzliche Verfügbarkeit zeigte, wie billig und banal Infrastruktur wirkt, wenn sie subventioniert wird.