Windows ist nach einem Bericht von Golem.de unter Entwicklern das unbeliebteste Betriebssystem — ein Ergebnis, das aus den Umfragedaten zur Gewohnheit geworden ist, nicht zur Überraschung.

Das Muster in Entwicklerumfragen ist stabil: macOS und Linux teilen sich die Spitzenplätze bei Zufriedenheit und Beliebtheit, während Windows trotz seiner Dominanz auf dem Desktop und als Standardmaschine in vielen Unternehmen am unteren Ende landet. Die Lücke hat nichts mit roher Bedienbarkeit zu tun, sondern mit Passung.

Ein moderner Entwicklungsworkflow ist eine Kette aus Kommandozeilenwerkzeugen, Paketmanagern, Container-Runtimes und Skripten — geschrieben, getestet und dokumentiert zuerst für Unix-artige Systeme. Windows schließt diese Lücke seit einem Jahrzehnt: WSL brachte einen echten Linux-Kernel, VS Code, Docker und Cloud-Entwicklungsumgebungen machten das Wirtsystem weniger wichtig. Jede dieser Korrekturen erinnert aber auch daran, dass die Arbeit weiterhin außerhalb von Windows stattfindet.

Ein zweiter Grund macht das Ergebnis zäh. Befragte bewerten die Maschine, die sie gestellt bekommen, nicht die, die sie wählen würden. Konzern-IT standardisiert auf Windows wegen Verwaltbarkeit, Compliance und Schulungskosten — die Unzufriedenheit eines Entwicklers ist also oft ebenso eine Klage über die Beschaffung wie über das Betriebssystem.

Das lässt Windows in einer seltsamen Lage: unverzichtbar als Plattform, für die man Software ausliefert, geduldet als Plattform, auf der man Software schreibt. Der wirklich neue Druck kommt mit der KI-gestützten Programmierung, deren Werkzeugschwerpunkt bislang im Web und in Unix-förmigen Umgebungen am stärksten ist — ein Feld, auf dem Microsofts eigene Investitionen bedeuten, dass Windows nicht das einzige Pferd des Unternehmens im Rennen ist.

Zu beobachten: ob WSL und Cloud-Entwicklungsumgebungen die Zufriedenheitswerte bewegen — oder ob die Umfragen noch ein Jahrzehnt dasselbe messen.