Amerika gingen die Seltenen Erden nicht aus. Es gab die Industrie drumherum auf.

Jahrelang war die Mine Mountain Pass in Kalifornien der produktivste Betrieb für Seltene Erden weltweit. Was die USA verloren, war nicht das Loch im Boden, sondern alles zwischen diesem Loch und dem Magneten: die chemisch brutalen Trenn- und Raffinerieverfahren, die gemischtes Erz in einzelne Oxide zerlegen, die Metallurgie, die daraus Legierungen macht, und die Fabriken, die daraus Neodym-Eisen-Bor-Magnete für Motoren, Windräder, Kopfhörer und Lenkflugkörper pressen.

Pekings Wette, vor Jahrzehnten in den Satz gefasst, der Nahe Osten habe Öl und China die Seltenen Erden, zielte genau auf dieses Mittelstück. Subventionierte Produktion, geduldete Umweltkosten und Preise, mit denen kein westlicher Betreiber mithalten konnte, zogen die weltweite Verarbeitungskapazität nach China. Als Peking 2010 die Exporte nach Japan einschränkte, bekam der Rest der Welt einen Vorgeschmack auf diese Macht — und vergaß sie weitgehend, sobald die Preise wieder fielen.

Die Antwort des Westens in den 2010er-Jahren war ein Zyklus aus Neustarts und Pleiten: Minen öffneten bei hohen Preisen und schlossen bei niedrigen, denn Erz ist keine Lieferkette. Auch die Fertigung wanderte ab. Eine Tonne Gestein aus Kalifornien oder Australien kann heute noch über den Pazifik gehen, um getrennt, legiert und magnetisiert zurückzukommen.

In den 2020er-Jahren wurden Exportkontrollen für Seltene Erden, Magnete und benachbarte kritische Rohstoffe vom Drohmittel zum Routineinstrument der Staatskunst. Regierungen antworteten mit Instrumenten, die Märkte verweigert hatten: Preisuntergrenzen, Abnahmegarantien, verteidigungsgestützte Investitionen in Trenn- und Magnetanlagen sowie Verbundprojekte in Australien, Japan, Europa und den USA. Der Konsens der Analysten: Der Wiederaufbau dauert ein Jahrzehnt und kostet mehr als der Import je gekostet hat — Genehmigungen brauchen Jahre, Verfahrenschemiker sind knapp, und Abnehmer scheuen Aufpreise für eine zweite Quelle. Die tiefere Lehre des Ars-Technica-Berichts ist leiser als jede Einzelentscheidung: Industrielle Fähigkeit verfällt als lange Reihe von Entscheidungen, in denen der billigere Import immer gewinnt — und wer sie wieder aufbauen will, bezahlt für Redundanz, die der Markt von allein nie kauft.