Die Trump-Regierung wird laut vier mit der Sache vertrauten Quellen bereits am Donnerstag einen 15 %-Zoll auf Produkte aus Polysilizium ankündigen – dem wichtigsten Rohstoff für Solarmodule und Halbleiter – sowie eine Reihe von Mindestimportpreisen.

Der von Reuters zuerst gemeldete Schritt soll die US-Polysiliziumfabriken vor Chinas wachsenden Ambitionen in der Chiplieferkette schützen und krönt eine einjährige Sicherheitsuntersuchung des Handelsministeriums zu Polysilizium.

Die Präsidentenproklamation dürfte Mindestimportpreise für Polysilizium, Wafer, Zellen und Module – also die Solarmodule selbst – sowie den 15 %-Zoll auf Polysilizium-Derivate umfassen, so die vier Quellen. Den Plan der Regierung für ein hybrides System aus Mindestimportpreis und Zöllen hatte Reuters bereits Anfang des Jahres gemeldet.

Die Entscheidung fällt in einen heiklen Moment für die heimische US-Solarfertigung, die dank staatlicher Anreize gewachsen war, die die Regierung inzwischen zurückgefahren hat. Ein Mindestimportpreis könnte die Kosten für US-Modulhersteller erhöhen, die auf importiertes Material angewiesen sind, während die wenigen heimischen Polysiliziumwerke geschützt würden.

Chinesische Firmen dominieren die globale Polysiliziumproduktion, und US-Beamte haben wiederholt gewarnt, dass Peking seine Kontrolle über die Lieferkette – auch bei Chips – als Druckmittel einsetzen könnte. Das Handelsministerium und das Weiße Haus reagierten zunächst nicht auf Anfragen um Stellungnahme.