Die Vereinten Nationen gaben am Donnerstag bekannt, dass sie mit Google zusammenarbeiten, um ihre umfangreiche Sammlung globaler Statistiken für KI-Systeme leichter zugänglich zu machen, und dabei das überalterte UNData-Portal durch eine neue Plattform ersetzen.

Warum das wichtig ist: KI bekommt globale Daten zu 79 Prozent falsch

Der treibende Faktor hinter der Partnerschaft ist ein ernüchternder UNICEF-Benchmark. Die Organisation testete sechs führende große Sprachmodelle über mehr als 133.000 Antworten zu Fragen über globale Entwicklungsindikatoren und stellte eine durchschnittliche Genauigkeit von nur 21,2 Prozent fest.

Der Test umfasste OpenAI GPT-4o und GPT-4o-mini, Anthropic Claude Sonnet 4.5 und Haiku 4.5 sowie Google Gemini 2.5 Flash und Gemini 2.0 Flash. Etwa drei von fünf Antworten enthielten überhaupt keine brauchbare Zahl, oft weil die Modelle ihre Antworten abmilderten.

Das UN System Data Commons

Die neue Plattform basiert auf Google Open-Source-Data-Commons und ersetzt das bestehende UNData-Portal. Das neue System unterstützt das Model Context Protocol, einen Standard, der es KI-Systemen ermöglicht, sich direkt mit externen Datenquellen zu verbinden.

Sechsundzwanzig UN-Organisationen haben sich der Plattform angeschlossen, mit Daten von fast 20 beim Start. Die UN beabsichtigt, 80 Prozent des UN-Systems statistische Datensätze bis 2027 auf die Plattform zu bringen.

Verkehrsstrom und Finanzierung

UNICEF verzeichnete einen starken Anstieg des Verkehrs von generativen KI-Assistenten zu seiner Datenwebsite, die mehr als 6 Millionen Besuche pro Monat erhält. Besuche von Nutzern, die auf Links in ChatGPT-Antworten klicken, stiegen um 67 Prozent im Jahresvergleich zwischen Januar und September, wobei KI-Assistenten nun etwa 1 von 10 Besuchen ausmachen.

Google.org stellte 2 Millionen Dollar an Kapazitätsaufbaufinanzierung und technische Unterstützung zur Verfügung. Das System wird auf einer UN-governed Instanz gehostet und soll schließlich von der UN unabhängig betrieben, gewartet und skaliert werden.

Einschränkung: Autoritative Daten gleich nicht automatisch autoritative Schlussfolgerungen

Google Prem Ramaswami warnte, dass die Bereitstellung autoritativer Daten für ein KI-System nicht zwangsläufig dessen Schlussfolgerungen autoritär macht. Da Modelle Nuancen falsch interpretieren können, sollte ein Mensch die Ausgaben immer überprüfen, bevor sie zitiert oder veröffentlicht werden.