Die Schweizer Großbank UBS will KI-Kompetenz künftig zur Einstellungsvoraussetzung machen. Wie heise online unter Berufung auf die Financial Times berichtet, müssen Bewerber für Positionen im Investmentbanking ab 2027 zeigen, wie sie KI einsetzen, um Ergebnisse und Effizienz zu verbessern. Die Anforderung ersetzt klassische Qualifikationen nicht, sondern kommt zusätzlich hinzu — gefragt wird demnach auch, wie die Kandidaten KI bislang genutzt haben.

Damit geht die Bank laut dem Bericht weiter als ihre Konkurrenz. Die spanische Santander sucht dagegen für bestimmte Stellen bereits gezielt nach „fortgeschrittenen KI-Usern". Der Schritt zeigt, wie tief KI in klassische Bankkarrieren eingedrungen ist: Geldhäuser setzen KI-Werkzeuge längst für Routineaufgaben ein, die früher Nachwuchskräfte übernahmen — etwa Finanzanalyse, Recherche und die Vorbereitung von Präsentationen. Im Mai hatte die FT berichtet, dass UBS begonnen hat, Avatare der eigenen Analysten für kundenorientierte Videos zu erstellen, um Mitarbeitern Zeit für andere Aufgaben zu geben.

Ob die neue Anforderung die Gesamtzahl der Einstellungen bei UBS senkt, sagt der Bericht nicht. Er verweist jedoch auf eine Morgan-Stanley-Analyse vom Jahresanfang, wonach die europäische Bankenbranche bis 2030 zehn Prozent ihrer Arbeitsplätze verlieren könnte — mehr als 210.000 Stellen —, getrieben von erwarteten Effizienzgewinnen von rund 30 Prozent sowie weiteren Filialschließungen.