Nintendo hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres (Juli bis September) 2,67 Millionen Switch-2-Konsolen verkauft — 41 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, wie das Unternehmen am Donnerstag meldete. In der ersten Geschäftsjahreshälfte kommt die Konsole damit auf 6,49 Millionen Einheiten, ein Rückgang von 37,4 Prozent; der kumulierte Absatz seit dem Start liegt bei 26,35 Millionen. Der Nettogewinn fiel um 29 Prozent auf 73,5 Milliarden Yen (rund 465 Millionen Dollar) und verfehlte die Erwartungen von etwa 82,2 Milliarden Yen.

Die Prognose bleibt trotzdem: Nintendo hält an 16,5 Millionen Einheiten bis zum 31. März 2027 fest. Das ist der eigentliche Druckpunkt. Wer ein Quartal mit 2,67 Millionen verkauft, muss in den kommenden zwei Quartalen — Weihnachtsgeschäft inklusive — deutlich mehr absetzen, um das Ziel zu erreichen.

Zwei Preiserhöhungen und ein Speichermarkt

Nintendo hat den Preis der Switch 2 im Quartal in den USA, in Kanada und in Japan erhöht, nach einer früheren Erhöhung in Japan im Laufe des Jahres. Serkan Toto von Kantan Games hatte den Absatzrückgang im Juni vorhergesagt und nennt nun das Kernproblem: „Nintendos einziger echter Blockbuster in diesem Geschäftsjahr ist das Ocarina-of-Time-Remake. Das reicht nicht, um Investoren zufriedenzustellen, erst recht nicht, nachdem das Gerät so teuer geworden ist.“

Die Kostenentwicklung kommt von außen. Speicherpreise sind durch die Nachfrage nach KI-Rechenzentren stark gestiegen, und Nintendos ROM-Chip-Lieferant Macronix hat die Fertigung von ROM-Chips eingestellt, um Kapazität auf NOR- und NAND-Flash für Rechenzentren zu verlagern — ein Schritt, der auch auf den Preisen für Speicher allgemein reitet. Für eine Konsole, deren physische Spiele auf genau diesen Chips sitzen, ist das kein abstraktes Marktereignis.

Die Software-Lücke

Der Umsatzrückgang ist nicht nur eine Preisfrage. Das Switch-2-Lineup dieses Jahres ist dünn, und das Remake, das die Lücke schließen soll, ist seit dem 6. November erhältlich — mit gemischten Reaktionen. Beobachter bemängeln eine unheimlich fotorealistische Optik statt einer treuen Neuauflage der ursprünglichen Kunstrichtung und das Fehlen von Master Quest, das viele Veteranen erwartet hatten. Ein Remake, das wie ein Reskin wirkt, verkauft keine Hardware.

Die eigentlichen Systemverkäufer — neue Pokémon-Titel — sind für 2027 geplant. Das hilft im Weihnachtsgeschäft 2026 wenig.

Was zu beobachten ist

Drei Zahlen entscheiden, ob die Prognose hält: der Absatz im dritten Quartal, also im ersten Weihnachtsgeschäft mit erhöhtem Preis; die Frage, ob Nintendo weitere Preiserhöhungen ausschließt und genug Speicher zugeteilt bekommt; und ob ein Titel außerhalb des Remakes in den nächsten sechs Monaten erscheint. Bis dahin ist die Switch 2 das deutlichste Beispiel dafür, wie die KI-Infrastrukturwelle bei einem Verbraucherprodukt ankommt: nicht als Feature, sondern als Rechnung.