In den berühmten Teergruben von La Brea mitten in Los Angeles haben Forschende die erste ausgestorbene Eiszeit-Amphibie der Stadt entdeckt – eine Schaufelfußkröte, die nach den Teergruben Spea labreae benannt wurde. Die Studie erschien im Journal of Vertebrate Paleontology und verdoppelt die Zahl der in Nordamerika bekannten ausgestorbenen Eiszeit-Amphibien.

Die Geschichte beginnt 1929: Bei frühen Ausgrabungen wurden zwei winzige, jeweils etwa einen Zentimeter große Fragmente des Sakro-Urostyls geborgen – des Knochens, der die untere Wirbelsäule mit dem Becken verbindet. Kleine Fossilien galten lange als uninteressant; die Stücke blieben jahrzehntelang unbearbeitet. Erst 2023 sichtete der Paläontologe Dr. J. Alberto Cruz die Sammlung und erkannte, dass die Knochen keiner bekannten Art zugeordnet werden konnten. Die axtförmige Struktur war deutlich kleiner als bei allen anderen Arten.

'Ich bin eher Paläoökologe, kein Taxonome. Das ist meine erste neue Art. Für mich ist das sehr aufregend', sagt Cruz, der am La Brea Tar Pits und am mexikanischen Quinametzin Paläontologischen Forschungszentrum arbeitet. Eine genaue Datierung ist ohne Zerstörung des Fundstücks nicht möglich, doch die Teergruben sind seit etwa 60.000 Jahren aktiv – irgendwann in diesem Zeitraum lebte die Kröte.

In derselben Sammlung fand Cruz zudem Knochen der Mexikanischen Wühlkröte, deren nächste lebende Population heute rund 2.500 Kilometer entfernt im Süden Mexikos lebt. Das deutet darauf hin, dass das prähistorische Los Angeles deutlich feuchter war – ein Hinweis, der für den Naturschutz heute wichtig werden könnte.

'Wir haben die Zahl der bekannten ausgestorbenen Eiszeit-Amphibien Nordamerikas verdoppelt – das ist ein ziemlich großer Fund', sagt Co-Autorin Dr. Emily Lindsey. Da Amphibien kaum wandern und eng an Wasser gebunden sind, sind ihre Fossilien wertvolle Klimazeugen – ein 'Zeitmaschinen'-Blick in die Vergangenheit, der Prognosen für die Zukunft erlaubt.