Science Corporation hat eigenen Angaben zufolge seinen sehverbessernden Chip erstmals einem Patienten mit Stargardt-Krankheit implantiert — einer erblich bedingten Netzhauterkrankung, die bei Kindern und jungen Erwachsenen das zentrale Sehen zerstört. Der Eingriff gilt als erster Schritt aus dem Labor in Richtung einer klinischen Therapie.
Im Zentrum steht PRIMA, ein fotovoltaisches Implantat von der Größe eines Reiskorns, das unter die Netzhaut eingesetzt wird. Zusammen mit einer Kamera-Brille, die Infrarotlicht ins Auge projiziert, wandelt der Chip dieses Licht in elektrische Impulse um, die die verbliebenen Netzhautzellen stimulieren und so ein kleines Feld des zentralen Sehens wiederherstellen. Science Corporation übernahm die Technologie im Rahmen der Vermögenswerte des französischen Unternehmens Pixium Vision.
Für die Stargardt-Krankheit gibt es bislang keine zugelassene Behandlung, die den Sehverlust rückgängig macht — genau das macht die erste Implantation bemerkenswert: Das Gerät verlässt das Labor und erreicht einen Patienten mit genau der Erkrankung, für die es entwickelt wurde. Identität des Patienten, Details des Eingriffs und das gemessene Sehergebnis wurden bislang nicht veröffentlicht.
Entscheidend ist nun die Dauerhaftigkeit. Ein Feld des zentralen Sehens wiederherzustellen ist das eine; zu belegen, dass die Sehkraft über Monate und Jahre erhalten bleibt, dass Eingriff und externe Brille im Alltag praktikabel sind und dass Regulierungsbehörden wie die FDA die Daten akzeptieren, ist etwas anderes. Die dritte Hürde sind Fertigung im großen Maßstab — und ein Preis, den Gesundheitssysteme zu zahlen bereit sind.
Hintergrund: Science Corporation ist das Neurotechnologie-Unternehmen des Neuralink-Mitgründers Max Hodak. Das PRIMA-Implantat wurde in Frankreich entwickelt, bevor Science Corporation die Technologie über die Vermögenswerte von Pixium Vision übernahm. Getestet wurde es auch bei Patienten mit atrophischer altersbedingter Makuladegeneration.




