Der Stromhunger der KI hat die Suche nach effizienten, kostengünstigen Energiequellen befeuert – und Petra Power setzt dabei auf eine Technik, die Brennstoff ohne Verbrennung in Elektrizität umwandelt.
Das 2017 gegründete Unternehmen verkauft Festoxid-Brennstoffzellen: keramische Bauteile, die Brennstoff wie Erdgas direkt in Strom umwandeln. Gründer Aaron Goodman argumentiert, sein Produkt habe deutlich niedrigere Brennstoffkosten und Emissionen als klassische Stromerzeugung und brauche zudem weniger Platz, weil die Zellen kompakter und leichter seien.
Seine Erklärung des Effizienzvorteils ist anschaulich: "Verbrennung nimmt Brennstoff und erzeugt Explosionen", sagt Goodman. "Diese Explosionen erzeugen Wärme. Die Wärme erzeugt Bewegung. Die Bewegung treibt eine elektromotorische Kraft an, und daraus entsteht schließlich Strom. Das sind viele Schritte, und in allen steckt so viel Verlust, dass am Ende ein sehr ineffizientes System steht." Brennstoffzellen überspringen den Großteil davon: "Sie nehmen die Elektronen direkt aus dem Brennstoff, sie ziehen dem Brennstoff seine Elektronen ab, und das erzeugt Strom. Ein Schritt, kein Verlust."
Die Kundschaft ist allerdings noch im Entstehen. Petra zielt auf zwei Gruppen:
- Rechenzentren. Laut Goodman arbeitet das Unternehmen mit Neoclouds und Infrastrukturanbietern zusammen, die ein paar Stufen unterhalb der Hyperscaler stehen. Erstes Deployment bei diesen Kunden ist für 2028 anvisiert, die Serienproduktion für 2029. Hyperscaler seien zwar das Zielprofil, aber es gebe noch nichts Verbindliches. - Das US-Verteidigungsministerium. Die Idee: Brennstoffzellen als Zusatzstrom für Landfahrzeuge, also Strom für Bordsysteme, wenn der Hauptmotor aus ist. Auf einem realen Fahrzeug ist das Produkt noch nicht im Einsatz – die Zellen laufen in Tests, in denen über das weitere Vorgehen entschieden wird.
Das Team ist mit rund 15 Personen klein; bislang hat Petra nach Angaben von Goodman knapp 9 Millionen Dollar an Aufträgen des Verteidigungsministeriums erhalten, deutlich mehr soll folgen. In diesem Jahr wurde das Unternehmen für die TechCrunch Startup Battlefield 200 ausgewählt; die Konferenz Disrupt läuft vom 13. bis 15. Oktober in San Francisco.
Warum das wichtig ist: Die Stromnachfrage der KI-Infrastruktur wächst schneller als das Angebot, und Brennstoffzellen gelten seit Jahrzehnten als vielversprechend – mit einer ebenso langen Geschichte voller Liefertermine, die sich nach hinten verschoben haben. Petras eigener Zeitplan (erste Deployments 2028) macht deutlich, wie weit der Weg von einer überzeugenden Physik zu einem vertraglich gebundenen Kunden ist.
Zu beobachten: ob Petra einen namentlichen Neocloud-Deal bekannt gibt – und ob ein Testlauf auf einem echten Fahrzeug zustande kommt.




