Der NASA-Rover Perseverance hat auf der Oberfläche einer fremden Welt mehr Strecke zurückgelegt als jedes Fahrzeug vor ihm und damit einen Distanzrekord übernommen, der mehr als ein Jahrzehnt lang Bestand hatte.

Nach einem Bericht von heise online hat der Marsrover nun die Gesamtdistanz seines Vorgängers Opportunity übertroffen, der zwischen 2004 und 2018 rund 45 Kilometer (etwa 28 Meilen) über das Meridiani Planum gefahren ist. Diese Marke — 2014 aufgestellt, als Opportunity den sowjetischen Rover Lunokhod 2 überholte — hatte jede seither gestartete Mission überstanden, Curiosity eingeschlossen.

Perseverance erreichte den Meilenstein nach mehr als fünfeinhalb Jahren geduldigen Fahrens. Der Rover landete am 18. Februar 2021 im Jezero-Krater mit dem Auftrag, nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens zu suchen, Gesteins- und Bodenproben für eine mögliche Rückkehr zur Erde zu sichern und neue Technik zu erproben. Unterwegs trug er den Hubschrauber Ingenuity — das erste Fluggerät, das auf einem anderen Planeten flog — und betrieb das Experiment MOXIE, das Sauerstoff aus der Marsatmosphäre gewann.

Die Distanz war nie das eigentliche Ziel, aber sie ist das Mittel, mit dem alles andere gelingt. Ein Rover, der sich nicht bewegen kann, erreicht die untersuchenswerten Gesteine nicht, und der wissenschaftliche Ertrag einer Mission ist letztlich dadurch begrenzt, wie viel Gelände sie sicher bewältigt.

Ein großer Teil der Fahrleistung ist eine Software-Leistung. Das AutoNav-System lässt den Rover selbst Routen planen und Hindernissen ausweichen, statt auf einen von der Erde hochgeladenen Pfad zu warten, dessen einzelne Abschnitte bestätigt werden müssen. Diese Autonomie erlaubt längere Fahrten pro Marstag als frühere Rover, und das Jet Propulsion Laboratory der NASA hat die Leine schrittweise länger gelassen.

Jeder Kilometer wird mit Verschleiß bezahlt: Radschäden, Motorbetriebsstunden, Staub und Nächte, die weit unter minus 60 Grad Celsius fallen. Der Rekord ist deshalb ebenso ein Ingenieursergebnis wie ein Navigationsergebnis — und eine Erinnerung daran, dass Perseverance eine nuklear betriebene Maschine ist, die weit über ihre auf zwei Jahre angelegte Primärmission hinaus arbeitet.

Seit 2024 arbeitet der Rover am westlichen Rand des Jezero-Kraters, wo das Gelände steiler und felsiger ist und Fortschritt in Hunderten Metern pro Tag statt in Kilometern gemessen wird. Der Rekord fiel auf genau solchem Untergrund, nicht auf den glatten Ebenen früherer Kampagnen.

Warum der Kilometerstand über Prestige hinaus zählt: Er ist ein direkter Feldnachweis, dass autonome Langstreckennavigation im planetaren Maßstab funktioniert — genau die Fähigkeit, auf die künftige Probenrückführmissionen und langfristig bemannte Marsflüge angewiesen sind. Die NASA veröffentlicht den Kilometerstand im Missionsverlauf, die Zahl wird also weiter steigen.

Vorerst gehören die nächsten Kilometer der Probenkampagne: Die bereits gesicherten Materialien warten weiterhin auf einen Rückflug zur Erde. Hinweis: Exakte Kilometerstände werden vom Missionsteam laufend aktualisiert; die mit dem Rekord verbundene Distanz stammt aus dem Bericht von heise online und ist als Näherung zu lesen.