Der PC-Markt hat das schlechteste Quartal seit mehr als drei Jahren hinter sich — und der Grund ist eine Knappheit, die Tausende Kilometer entfernt im KI-Rechenzentrum entstanden ist.

Laut vorläufigen IDC-Daten sanken die weltweiten PC-Auslieferungen im dritten Quartal 2026 um 20,1 Prozent im Jahresvergleich auf 62,7 Millionen Einheiten: rund 15,8 Millionen Geräte weniger und ein Rückgang von 9,1 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Omdia, das 58,1 Millionen Einheiten zählt, meldet ein Minus von 21,2 Prozent — der stärkste Rückgang seit Anfang 2023. Beide Zahlen ohne Tablets und Server.

Die Ursache ist der Speicher. Während Hyperscaler Geld in KI-Server pumpen, wurde die DRAM- und NAND-Flash-Produktion auf margenstärkere Rechenzentrums-Bauteile umgelenkt. IDC und Omdia zufolge ist der Anteil von DRAM und SSDs an den Materialkosten eines PCs von typisch rund 15 Prozent auf fast 40 Prozent gestiegen, nach mehr als vierfachen Preiserhöhungen bei manchen Komponenten. Die Speicherhersteller warnen, die Knappheit könnte bis 2027 und darüber hinaus anhalten.

Der Effekt kam verzögert, weil Händler und Distributoren im ersten Halbjahr Vorräte anlegten, um Preiserhöhungen zuvorzukommen, und die Marktforscher Auslieferungen der Hersteller an diese Zwischenhändler zählen, nicht nur an Endkunden. Jetzt ist die Pipeline voll — und die Abrechnung da.

Am härtesten traf es die drei größten Hersteller. Lenovo, weltgrößter PC-Anbieter, verlor fast 23 Prozent, Dell rund 25 Prozent, HP etwa 31 Prozent; die Top drei lieferten rund 11,6 Millionen Einheiten weniger als ein Jahr zuvor. Asus kam mit einem einstelligen Minus am besten weg, während Apple trotz eines Rückgangs von 11,3 Prozent Marktanteile gewann, weil der Gesamtmarkt schneller schrumpfte.

Das Ende ist nicht erreicht. Omdia prognostiziert für das vierte Quartal einen weiteren Rückgang von 24 Prozent — knapp 58 Millionen Einheiten, ein leichter sequenzieller Rückgang selbst im Weihnachtsgeschäft — und für 2027 ein Minus von weiteren 7 Prozent. IDC hält Rabattaktionen für möglich, weil Händler hohe Bestände fürchten, erwartet aber Preise deutlich über dem Vorjahr. Für Käufer ist die gute Nachricht schmal und vorübergehend: Sinkende Nachfrage kann Schnäppchen bringen — in einem Markt, in dem die zugrunde liegenden Bauteile immer teurer werden.