Während in den USA und anderswo der Widerstand gegen große Rechenzentren zunimmt, wirft die Tech-Branche ein Auge auf Patagonien im Süden Argentiniens als Standort für die nächste Welle von Mega-Rechenzentren. Die Region bietet kühle Temperaturen, Zugang zu Wasserkraft und Erdgas aus der riesigen Vaca Muerta-Formation sowie weite, unbesiedelte Flächen.
Mehrere Projekte nehmen bereits Form an. Der argentinische Energiekonzern Pampa Energía hat begonnen, ein Rechenzentrum in der Nähe seines Kraftwerks Loma de la Lata in der Provinz Neuquén zu prüfen, mit einer Kapazität von bis zu 500 Megawatt. Das Projekt war bisher nicht öffentlich bekannt.
Parallel dazu unterzeichneten OpenAI und der argentinische Energiekonzern Sur Energy im Oktober letztes Jahr eine Absichtserklärung für ein Rechenzentrumsprojekt unter dem Banner Stargate Argentina. Die geplante Anlage soll eine Kapazität von bis zu 500 MW haben, bei einer Gesamtinvestition von 25 Milliarden Dollar.
Das polnische Unternehmen Green Capital hat ebenfalls Pläne für ein Rechenzentrum in der Provinz Chubut angekündigt. Experten warnen jedoch davor, Ankündigungen mit konkreten Projekten gleichzusetzen. Konnektivität und Strominfrastruktur bleiben wesentliche Hürden.
Auch die große Geopolitik stiftet Unruhe: Pläne des argentinischen Stromversorgers CALF, mit chinesischer Unterstützung die Internetversorgung in Neuquén auszubauen, sorgten zuletzt für einen diplomatischen Konflikt zwischen den USA und China.
Quellen: Heise, Reuters




