Der Browser wird zum neuen Schlachtfeld der KI-Assistenten. Laut The Verge kann ChatGPT nun die in Google Chrome geöffneten Tabs einsehen und verschafft OpenAIs Assistenten damit direkten Einblick in das, was jemand gerade liest, recherchiert oder kaufen will.

Das ist ein gezielter Vorstoß, denn Chrome ist Googles Heimatrevier. Google integriert seinen eigenen Gemini-Assistenten in den Browser, und der Streit darüber, wer eine Sitzung vermittelt – die Suchmaschine, der Assistent oder die Tabs selbst –, findet jetzt im selben Fenster statt. Eine Reihe offener Tabs ist praktisch eine recht intime Skizze eines Tages: ein Arbeitsdokument, ein halb erledigter Einkauf, eine private Suche, eine Urlaubsidee.

Die Reichweite eines Assistenten von einem einzelnen Prompt auf den gesamten Surf-Kontext auszudehnen, verändert die Abwägung zum Datenschutz. Berechtigte Fragen sind: Was genau wird gelesen, werden Tab-Inhalte gespeichert oder fürs Training genutzt, wie lange werden sie aufbewahrt, und bleiben berufliche und private Profile getrennt? Assistenten, die im Browser handeln, erben zudem dessen Sicherheitsmodell: Eine einzige bösartige oder kompromittierte Seite sitzt im selben Kontextraum wie alles andere.

Für Entwickler und IT-Teams setzen tab-bewusste Assistenten einen neuen Punkt auf die Liste der Werkzeuge, die Unternehmensdaten sehen können. Der praktische Rat ist unspektakulär: prüfen, welche Erweiterung installiert ist, welche Berechtigungen sie anfordert und ob eine Administratorin sie zentral abschalten kann.

Die Richtung ist klar, auch wenn Details noch offen sind – der Assistent verlässt das Chatfenster und zieht dorthin, wo die Arbeit tatsächlich stattfindet.