Die Dämmerung der Physical AI in Japan

TOKIO — Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte, dass "Physical AI die nächste industrielle Revolution ist — und sie wird in Japan gemacht", als er am Donnerstag in Tokio auf einer gut besuchten Pressekonferenz Schulter an Schulter mit den Führungskräften der vier ikonischsten Industrie- und Robotikunternehmen Japans stand.

Huang, trotz der drückenden Julihitze Tokios in seiner charakteristischen Lederjacke, kündigte Partnerschaften mit Fanuc, Yaskawa Electric, Kawasaki Heavy Industries und Fujitsu an, um eine "souveräne kollaborative Kontrollplattform" für Physical AI zu bauen — KI, die die reale Welt wahrnehmen, darüber nachdenken und durch Roboter und Maschinen physisch handeln kann.

Wer ist wer in der Allianz

- Fanuc — Der weltweit führende Hersteller von Fabrikautomatisierung und CNC-Robotern wird Nvidias Full-Stack-KI-Plattform in seine Industrieroboter integrieren und "KI-Systeme, die flexibel und von Bedienern aller Qualifikationsstufen nutzbar sind" in die Fabrikhallen bringen. - Yaskawa Electric — Der Pionier der Industrierobotik, der kürzlich seinen autonomen KI-Roboter MOTOMAN NEXT (mit integrierten Nvidia-GPUs) auf den Markt brachte, wird die Integration mit Nvidias Physical-AI-Stack vertiefen. - Kawasaki Heavy Industries — Bekannt für seine Gesundheits- und Pflegerobotik, wird Kawasaki an Krankenhauslösungen zusammenarbeiten, die jede Phase der Patientenreise — von der Aufnahme über die Operation bis zur Nachsorge — autonom verbinden. - Fujitsu — Als Technologie-Orchestrator der Allianz wird Fujitsu die souveräne kollaborative Kontrollplattform unter Verwendung von Nvidia Omniverse, Isaac und Cosmos Foundations-Modellen entwickeln, mit Fokus auf Fertigung, Logistik und Gesundheitswesen.

Noetras massiver Chip-Auftrag

In einer parallelen Ankündigung enthüllte Noetra — ein staatlich unterstütztes Physical-AI-Unternehmen, zu dessen Investoren Sony gehört — dass es 27.500 von Nvidias nächster Generation von Rubin-Chips kaufen wird. Der Bau von Noetras KI-Rechenzentrum soll im April 2027 beginnen, der Betrieb im Juni 2028 starten.

Warum das wichtig ist

Japan steht vor einer demografischen Krise: einer schnell alternden Bevölkerung und schrumpfenden Erwerbsbevölkerung. Die Industriegiganten des Landes sehen Physical AI als die Antwort — nicht um menschliche Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern um ihre Fähigkeiten zu vervielfachen. Huang hielt den Moment fest: "Japan hat die moderne Industrie erfunden. Mit KI wird Japan seine nächste Ära definieren."

Die Allianz zielt darauf ab, die kollaborative Kontrollplattform zu standardisieren und als Open Source verfügbar zu machen. Das Ziel ist nichts Geringeres, als Japan wieder als weltweit führenden Standort in der Robotik zu etablieren — eine Position, die es in den 1980er Jahren innehatte, die aber durch Konkurrenz aus den USA, China und Europa erodiert ist.

Das größere Bild

Diese Ankündigung ist Teil einer breiteren Japan-KI-Woche. Anfang der Woche erweiterte Nvidia seine Partnerschaft mit Toyota in den Bereichen autonomes Fahren, Fabriksimulation und urbane Intelligenz. Außerdem feierte man 30 Jahre Zusammenarbeit mit SEGA und brachte Virtua Fighter Crossroads auf Nvidias neue RTX-Spark-Plattform.

RIKEN, Japans führendes Forschungsinstitut, kündigte gleichzeitig zwei neue Supercomputer an, die von Nvidia-Blackwell-GPUs angetrieben werden — RIKYU (1.600 GPUs für KI-für-Wissenschaft) und ROQUO (540 GPUs für quanten-klassisches Hybrid-Computing) — und festigte damit die technologische Grundlage für Japans KI-Ambitionen.

"Mit KI werden Roboter intelligent, leicht anpassbar und zugänglich", sagte Huang. Die Frage ist nun, wie schnell sich Japans Fabriken, Krankenhäuser und Logistikzentren transformieren werden.