Die NATO prüft laut Ars Technica, ob sie ihre Anti-Drohnen-Abwehr verlegen soll, während Drohnenangriffe im Schwarzen Meer weiter Schiffe versenken — eine Entscheidung, die Landkriegsgerät auf ein maritimes Problem schöbe, für das es nicht gebaut wurde.

Das Schwarze Meer ist zum Erprobungsfeld einer Kriegsform geworden, die Marineplaner in dieser Größenordnung nicht vorgesehen hatten. Billige unbemannte Über- und Unterwasserfahrzeuge haben gezeigt, dass sie Schiffe zu Kosten beschädigen oder versenken können, die die Ökonomie klassischer Seeverteidigung ungünstig aussehen lassen: Ein Abfangmittel für Millionen ist eine schlechte Antwort auf eine Maschine aus Handelskomponenten, die aus der Ferne gesteuert wird. Die Zermürbung der Handelsschifffahrt ist der beabsichtigte Effekt, und sie funktioniert gerade deshalb, weil jeder Angriff billig ist im Verhältnis zu dem, was er gefährdet.

Eine Verlegung von Counter-Drohnen-Systemen wäre das Eingeständnis, dass die Bedrohung die bestehende Regelung überwachsen hat: den Schutz der Handelsschifffahrt weitgehend den Schiffen selbst und Versicherungsmärkten zu überlassen, die das Risiko bepreisen. Der Verkehr läuft weiter, weil Besatzungen, Charterer und Versicherer ein Gefahrenniveau akzeptieren, das in der Friedensschifffahrt untragbar wäre.

Zugleich wäre es ein politischer Akt. Verbandsressourcen zum Schutz von Handelsschiffen in einem Meer, das an NATO-Mitglieder, einen Partner und einen Kriegführenden grenzt, liegen nah an der Grenze zwischen Schutz und Teilnahme — und das Bündnis justiert seit Jahren, wie nah es an dieser Grenze gesehen werden will. Die Frage ist nun, ob der wirtschaftliche Druck auf den Schwarzmeerhandel die Entscheidung erzwingt.