Die NASA hat erste konkrete Details zur geplanten United States Space Academy veröffentlicht — und fordert die Bundesstaaten auf, sich um den Standort zu bewerben. Das 14-seitige Dokument, eine Request for Information, skizziert einen straffen Zeitplan: Spatenstich für einen dauerhaften Campus spätestens im kommenden Jahr, erster Jahrgang 2028 in provisorischen Räumen, Umzug auf den endgültigen Campus 2031.
Die Akademie soll auf mindestens 300 Acres liegen, idealerweise in der Nähe von NASA-Einrichtungen oder Universitätscampus, und zunächst 1.200 Studierende aufnehmen, mit Ausbaumöglichkeit auf bis zu 4.000. Alle 50 Bundesstaaten sind eingeladen, eine einzige Antwort einzureichen, in der sie ihren Beitrag beschreiben — Land, Infrastruktur, Finanzierung — sowie eine grobe Kostenschätzung für Aufbau und Betrieb vorlegen. Einsendeschluss bei der NASA ist der 26. Oktober.
Das Dokument beschreibt eine Institution, die „eine neue Generation von Führungskräften darauf vorbereiten soll, die Domäne Weltraum zu erforschen, aufzubauen, zu betreiben, zu sichern und zu verteidigen" — und die „künftige Wissenschaftler, Ingenieure, Astronauten, Piloten, Operator, Unternehmer, Beamte, Kämpfer und andere Führungspersönlichkeiten" hervorbringt. Diese letzte Kategorie hat Fragen zum Charakter der Einrichtung aufgeworfen. Das Dokument schweigt zu Studiengebühren, doch Ars Technica berichtet unter Berufung auf eine mit den Überlegungen der Kommission vertraute Quelle, dass Studierende im Gegenzug für eine kostenlose Ausbildung mehrere Jahre im Staatsdienst verbringen sollen — die meisten später bei der NASA, einige möglicherweise bei der Space Force.
Politisch ist das Verfahren ungewöhnlich. Die NASA prüft und bewertet die Vorschläge, die Entscheidung liegt jedoch bei einer von Donald Trump ernannten Präsidialkommission unter Vorsitz von NASA-Administrator Jared Isaacman, der auch Stabschefin Susie Wiles, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth angehören. Trump trifft die endgültige Wahl. Der ehrgeizige Zeitplan — Unterrichtsbeginn 2028, vor dem Ende der laufenden Amtszeit — spiegelt die aktuelle Machtlage: Die Republikaner kontrollieren Weißes Haus und beide Kammern des Kongresses, was sich nach den Midterms im November ändern könnte.
Die Reaktionen folgen vertrauten Linien. Senator John Hickenlooper (Demokrat, Colorado) nannte den Plan „doppelt, teuer und nicht ernsthaft" und verwies darauf, dass die Einrichtung mit der US Air Force Academy in seinem Staat konkurrieren könnte. Die Abgeordnete Zoe Lofgren (Demokratin, Kalifornien) sagte, die fehlende Beteiligung des Kongresses an der Kommission „wird sich ändern müssen". Der Abgeordnete George Whitesides (Demokrat, Kalifornien), früher Stabschef der NASA, nannte die Idee reizvoll, fragte aber nach der Finanzierung und forderte eine stärkere Einbindung des Kongresses.
Der Wettbewerb dürfte weniger einer klassischen Ausschreibung als einer Unternehmensansiedlung gleichen, bei der Bundesstaaten kostenloses Land und Hochschulpartnerschaften bieten. Deadline für diese Angebote ist der 26. Oktober.



