Die NASA hat PRIMA ausgewählt, ein Weltraumteleskop für das ferne Infrarot, als erste Mission ihrer neuen Probe-Explorer-Klasse — der ersten NASA-Mission dieser Art seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Kosten sind auf 1,2 Milliarden US-Dollar gedeckelt, ohne Start und Nebenkosten; der Start ist für 2033 geplant, die Mission auf fünf Jahre angelegt.
PRIMA steht für PRobe far-Infrared Mission for Astrophysics. Das Instrument soll das Universum in einem Wellenlängenbereich kartieren, der zwischen bestehenden Infrarotteleskopen und den Radioteleskopen liegt — kaltes Material, das für bisherige Beobachtungen oft unsichtbar war.
Diese Kälte ist der Punkt. Ferne Infrarotstrahlung stammt von kühlen Staub- und Gasschwaden: Scheiben um junge Sterne, in denen Planeten entstehen, und Staub in Galaxien, der das Licht ihrer Sterne absorbiert und wieder abstrahlt. Ein Teil der Materie, aus der Welten entstehen, ist für viele Instrumente bislang nur indirekt erfassbar.
PRIMA soll unter anderem planetenbildende Scheiben wiegen und staubige Galaxien untersuchen; ein Ziel sind auch die Überreste von Neutronensternverschmelzungen, die schwere Elemente wie Gold im Kosmos verteilen. Aktuell geht das Projekt in Phase B über, die detaillierte Entwurfsphase; mehrere Johns-Hopkins-Forscher sind am Team beteiligt.
Die Auswahl ist auch ein Kostenargument: Kleine bis mittlere Weltraumteleskope sind billiger als Flaggschiff-Observatorien und ergänzen sie. PRIMA wird günstiger, aber spezialisierter sein — und die erste Mission einer Klasse, die künftig schneller auf neue Fragen reagieren soll.




