IBM und NASA haben am 10. September ein quelloffenes KI-Modell veröffentlicht, das Forschende dabei unterstützen soll, jahrzehntelange Mondbeobachtungen auszuwerten und Pläne für eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond voranzubringen.

Das NASA-IBM Lunar Foundation Model ist ein öffentlich verfügbares KI-Werkzeug zur Erforschung des Mondes. Trainiert wurde es mit mehr als 30 Datenebenen, die neun Instrumente auf vier NASA-Missionen gesammelt haben, darunter der Lunar Reconnaissance Orbiter.

Das Modell ergänzt die Prithvi-Familie offener Foundation-Modelle von IBM und NASA, die Geodaten, Wetter und weitere Anwendungen abdeckt. Es kann helfen, mögliche Eisvorkommen in den dauerhaft beschatteten Regionen des Mondes zu identifizieren, Krater für die Auswahl sicherer Landeplätze zu kartieren und vulkanische Strukturen zu untersuchen. Diese Aufgaben erforderten bisher manuelles Sichten von Karten und Bildern oder weniger hochauflösende Verfahren des maschinellen Lernens.

In Benchmark-Tests erkannte das Modell laut NASA und IBM wichtige Merkmale der Mondoberfläche bis zu 23 Prozent genauer als gängige Methoden.

Mond-Eis ist für Raumfahrtagenturen besonders interessant, weil es auf Wasser und Sauerstoff hindeutet – Ressourcen, die für eine künftige Mondbasis und die Herstellung von Raketentreibstoff für Marsmissionen als entscheidend gelten. Das Artemis-Programm der NASA will 2028 Astronauten zum Mond zurückbringen und dort Technologien für eine dauerhafte Präsenz und spätere Marsflüge erproben.