Mini-PCs gelten als klein, günstig und leistungsfähig genug für fast jede Alltagsaufgabe — doch in der neuen c't-Testrunde bricht die zweite Hälfte dieser Beschreibung weg. Das Team von c't uplink hat extra auf den Apple Mac Mini mit M6-Prozessor gewartet und ein umfangreiches Feld zusammengestellt; die erste Erkenntnis ist eine Preisbotschaft.

Durch die massiven Preissteigerungen bei RAM und SSDs sind die kleinen Rechner nicht mehr billig. Nur ein Modell bleibt unter 700 Euro, ein weiteres liegt knapp unter 1000 Euro — alle übrigen starten teils deutlich darüber. Die Preisfrage ist damit wichtiger geworden als die Leistungsfrage, und weil einige Varianten aufgelöteten Arbeitsspeicher haben, verkompliziert sich die Auswahl zusätzlich.

Im Test stehen neben dem Apple Mac Mini Mini-PCs von Acer, Asrock, Asus, Lenovo und MSI. Im Apple arbeitet der hauseigene ARM-Chip M6, in den fünf anderen stecken x86-Prozessoren von AMD oder Intel. In der Leistung liegt der M6 vorn, gefolgt von einem schnellen Intel-Prozessor; die sparsameren Intel- und AMD-Plattformen rechnen weniger, kosten aber auch weniger. ARM-Prozessoren von Nvidia und Qualcomm fehlen in dieser Runde, und die c't-Redakteure erklären ausführlich, wie lange sie darauf wohl noch warten müssen.

Bemerkenswert ist auch, was nicht im Testfeld steht: kleinere chinesische Hersteller fehlen diesmal bewusst, vor allem wegen der fehlenden Gewährleistung. In einer längeren Seitenlinie geht es um gebrauchte Mini-PCs als Alternative — bei den aktuellen Speicherpreisen naheliegender denn je — sowie um die Frage, wie gut Windows und macOS mit 8 GByte Speicher zurechtkommen und wann Linux die bessere Wahl ist. Die fünf x86-Geräte hat Carsten Spille zusätzlich unter Linux getestet.

Die eigentliche Nachricht liegt damit weniger in der Hardware als im Markt: Die Komponentenpreise sind inzwischen der bestimmende Faktor in einem Segment, das sich über den Preis definiert hat.