Microsoft entfernt die Ähnlichkeitsprüfung aus Word. Die seit 2020 zum Microsoft Editor gehörende Funktion wird am 3. Oktober 2026 weltweit abgeschaltet und aus dem Editor-Erlebnis entfernt, wie der Konzern mitteilte.

Die Ähnlichkeitsprüfung verglich Textpassagen mit Inhalten aus dem Web, zeigte Übereinstimmungen in Prozent an und markierte Treffer direkt im Dokument. Auf dieser Basis konnten Nutzer passende Zitate einfügen und Quellenangaben übernehmen — besonders im akademischen Umfeld galt sie als praktische erste Plagiatskontrolle.

Microsoft begründet die Einstellung damit, sich künftig stärker auf Kernfunktionen konzentrieren zu wollen. KI-Assistenten wie Microsoft 365 Copilot seien von der Abschaltung ausdrücklich nicht betroffen — Copilot sei jedoch nicht als formelles Werkzeug zur Prüfung von Ähnlichkeit, Plagiaten oder Originalität gedacht. Rechtschreib-, Grammatik-, Verständlichkeits- und Stilvorschläge im Editor bleiben erhalten.

Der Dienst hatte einen ambivalenten Ruf: Spezialisierte Anbieter wie Turnitin galten bei strenger akademischer Prüfung oft als zuverlässiger, und wiederholte Cloud-Ausfälle — etwa ein mehrtägiger im Jahr 2023 — zeigten die Abhängigkeit vom Online-Dienst. Administratoren sollen Arbeitsabläufe prüfen und betroffene Nutzer vor dem Oktober-Termin informieren. Hochschulen und Verlage können auf Dienste wie Turnitin, iThenticate, Grammarly, Scribbr, Copyleaks oder Quetext ausweichen.