Microsoft verlagert seine Kommunikationsgruppe aus dem Marketing in die Organisation Corporate, External and Legal Affairs (CELA) – und übergibt die Aufsicht über die Unternehmenskommunikation an Vice Chair und President Brad Smith. Das berichtet The Verge und nennt den Schritt eine überraschende Änderung; das Unternehmen sucht demnach einen Nachfolger für den langjährigen Kommunikationschef Frank Shaw.
CELA ist die Einheit, in der Microsoft Rechtsangelegenheiten, Regierungsbeziehungen und Politikarbeit bündelt – also genau die Funktionen, die in einer Phase zunehmender Regulierung von KI, Wettbewerbsfragen und öffentlicher Debatten an Gewicht gewonnen haben. Die Unternehmenskommunikation dort anzusiedeln statt im Marketing bedeutet, dass die Außendarstellung enger an juristische und politische Strategie gekoppelt wird, nicht an Produktkampagnen.
Für ein Unternehmen, dessen Wahrnehmung inzwischen stark an KI-Investitionen, Cloud-Infrastruktur und Partnerschaften mit Modellanbietern hängt, ist das eine plausible Anpassung: Die schwierigen Aussagen – zu Rechenzentren, Energieverbrauch, Urheberrecht, Sicherheit – werden zunehmend juristisch und politisch bewertet, nicht marketingseitig. Wer sie formuliert, sitzt künftig näher an der Person, die sie gegenüber Regierungen vertritt.
Was noch offen ist: die Personalie an der Spitze der Kommunikationsabteilung. Solange die Suche läuft, verantwortet Smith die Funktion zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben – ein Signal, dass Microsoft die Übergangszeit nicht der Abteilung überlässt. Für außenstehende Beobachter ist die Frage weniger, wer den Titel trägt, sondern ob sich Ton und Zeitpunkt der Microsoft-Kommunikation ändern. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen öffentlich vor allem auf Regulierung und Standards gesetzt; wandert die Kommunikation in die Rechts- und Politikabteilung, ist zu erwarten, dass sich diese Linie noch stärker durchsetzt.




