Meta hat bestätigt, dass es bei Tausenden seiner KI-gestützten Smart Glasses die Kamera deaktiviert hat, nachdem Besitzer die kleine Kontrollleuchte, die beim Aufnehmen leuchten soll, physisch manipuliert hatten. Einige klebten die LED mit Tape oder Aufklebern ab, andere bohrten sie komplett aus – Veränderungen, die es ermöglichen, Menschen ohne deren Wissen zu filmen. Die Maßnahme folgte auf Software-Updates der vergangenen Wochen; zuerst berichtete Semafor.

Das Unternehmen erklärte, die betroffenen Geräte machten "weniger als ein Zehntel Prozent" aller verkauften Meta-Smart-Glasses aus. Meta veröffentlicht keine Gesamtverkaufszahlen; Business Insider weist darauf hin, dass allein 2025 sieben Millionen Paar verkauft wurden – bei dieser Quote entspräche das rund 7.000 manipulierten Geräten, passend zu Berichten über "Tausende" betroffene Nutzer.

Metas Brillen hatten stets eine Aufnahme-LED, die Umstehende darauf hinweisen soll, dass ein Foto oder Video aufgenommen wird. Ein früherer Schutz deaktivierte die Kamera nur, wenn das Licht bereits zu Beginn der Aufnahme blockiert war; einige Nutzer starteten daher ganz normal die Aufnahme und verdeckten die LED erst nach ein paar Sekunden. Meta zufolge schließt das neueste Update diese Lücke: Wird eine Manipulation während der Aufnahme erkannt, wird die Aufnahme nun automatisch beendet. Die Folge hängt von der Art der Manipulation ab – eine aufgebohrte LED bedeutet, dass die Kamera dauerhaft nicht mehr funktioniert; eine abgeklebte LED funktioniert wieder, sobald die Abdeckung entfernt wird.

Dem harten Vorgehen vorausgegangen war wachsende Besorgnis über heimliches Filmen mit Kamera-Brillen. CBS News berichtete im August über eine Frau, die ein Video von sich in sozialen Medien entdeckte, nachdem ein Fremder sie mit der Brille gefilmt hatte; eine CBS-Produzentin, die im vergangenen Monat eine frühere Version des Schutzes testete, stellte fest, dass dieser nicht auslöste, wenn das Licht erst nach Aufnahmebeginn verdeckt wurde. In Teilen des Internets haben die Geräte den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Spanner-Brille" bekommen.

Meta bezeichnet die Maßnahmen als abschreckend. "Firmen, die LED-Manipulationsdienste anboten, haben geschlossen, weil sich die Kamera bei erkannter Manipulation nun abschaltet", sagte das Unternehmen gegenüber CBS News. Alex Himel, Metas Vizepräsident für Wearables, kündigte an, Meta werde "weitere Updates dieser Art ausrollen, damit die Aufnahme-LED Umstehende zuverlässig warnen kann", und ergänzte, nur eine "winzige Minderheit" versuche, die Schutzmechanismen zu umgehen. Meta hat zudem Beiträge mit Manipulationsanleitungen entfernt, Tausende belästigende "Pickup-Artist"- und Scherz-Beiträge gelöscht und zugehörige Suchbegriffe und Hashtags blockiert. Parallel wirbt das Unternehmen in Los Angeles auf Plakaten damit, dass die Brillen "für alle gemacht" seien – "nicht nur für die, die sie tragen"; CTO Andrew Bosworth nannte sie "die datenschutzfreundlichste Kamera", die Verbraucher kaufen können.

Der Fall verdeutlicht den grundlegenden Widerspruch der jungen Kategorie Kamera-Brille: Ein Produkt, das aufnimmt, was vor dem Träger liegt, kann nur erfolgreich sein, wenn die Menschen in seiner Umgebung darauf vertrauen, nicht heimlich gefilmt zu werden.