Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München kämpft mit den Folgen eines Einbruchs in ihre IT-Systeme. In einer Mitteilung spricht die Universität vom Abfluss der „Stammdaten zu Immatrikulationen“ — also der vollständigen Datensätze, die für die Einschreibung verwendet werden: Name, Geburtsdatum, Adressen und E-Mail-Verbindungen. Auch Bankdaten wie IBAN und Kontoinhaber, BAföG-Nummern und Angaben zur Krankenversicherung sollen möglicherweise abgeflossen sein. Zur Zahl der Betroffenen machte die LMU keine Angaben; eingeschrieben sind derzeit rund 53.000 Menschen.

Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) wurde der Angriff am Mittwoch dieser Woche entdeckt. Die betroffenen Systeme wurden vom Netz genommen und isoliert, die Sicherheitsüberwachung wurde erweitert, die Forensik läuft; nach BR-Informationen ermittelt inzwischen auch das bayerische Landeskriminalamt. Wie der Angriff erfolgte und wie lange er lief, ist bislang unklar.

Die Universität betont, es gebe bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass der Angreifer den erlangten Datensatz veröffentlicht hat, dies beabsichtigt oder anderweitig missbräuchlich verwendet; Spezialisten beobachten nach LMU-Angaben einschlägige Darknet-Portale. Hinweise auf eine typische Ransomware-Attacke gibt es nicht.

Die Immatrikulation für das am 12. Oktober beginnende Wintersemester soll demnächst wieder aufgenommen werden, die Fristen dafür werden verlängert. Die LMU versichert den Betroffenen, es entstehe kein Nachteil für ihr Studium, und rät zugleich zu erhöhter Wachsamkeit — insbesondere bei Kontaktaufnahmen, die mit dem Studium zu tun vorgeben. Da die Angreifer offenbar nahezu vollständige Personendaten erbeutet haben, gilt die Gefahr von gezieltem Phishing und Identitätsbetrug als sehr real.

In der Kritik steht auch der Hinweis der Universität, Betroffene sollten „keine Bankdaten oder Passwörter preisgeben“ — obwohl genau diese Daten offenbar nicht ausreichend geschützt waren. Der Fall fällt in eine breitere Welle von Angriffen auf öffentliche Einrichtungen und Kommunen in Deutschland; Hochschulen gehören dabei wiederkehrend zu den Zielen.