Eine neue Studie in Cell Reports Medicine legt nahe, dass ein fehlender Teil des Lichtspektrums — Violettlicht zwischen 419 und 446 Nanometern — ein Schlüsselfaktor für die weltweite Epidemie der Kurzsichtigkeit bei Kindern sein könnte.

Forscher am Cincinnati Children's Hospital fanden heraus, dass unter Innenbeleuchtung aufgezogene Baumspitzmäuse Myopie entwickelten, solche mit zusätzlichem Violettlicht jedoch nicht — selbst als die Forscher aktiv versuchten, den Zustand zu induzieren.

Die Ergebnisse bieten eine überzeugende Erklärung dafür, warum die Kurzsichtigkeitsraten weltweit gestiegen sind, während Kinder mehr Zeit unter künstlichem Licht verbringen, dem das volle Sonnenspektrum fehlt. Standard-LED- und Fluoreszenzlicht in Häusern, Schulen und Büros lässt die Violettwellenlängen weg, die natürlich im Sonnenlicht vorkommen.

Baumspitzmäuse sind nahe Verwandte der Primaten und somit ein starkes Modell für die menschliche Augenentwicklung. Die Entdeckung könnte zu praktischen Interventionen führen: modifizierte Innenbeleuchtung mit Violettwellenlängen oder spezialisierte Brillen, die das Schutzspektrum einbinden. Mit einer Myopie-Prävalenz von 30-40% bei Kindern in westlichen Ländern und bis zu 80-90% in Teilen Ostasiens sind die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit erheblich.