Goldman-Sachs-Strategen erwarten, dass die fünf größten US-Hyperscaler – Amazon, Alphabet, Microsoft, Oracle und Meta – 2027 gemeinsam 1,2 Billionen Dollar in KI-Infrastruktur investieren. Das sind laut Bloomberg mehr als 50 Prozent über den rund 800 Milliarden Dollar, die für dieses Jahr prognostiziert werden, und mehr als die Konsensschätzung der Wall Street von 1,1 Billionen Dollar.
Gemessen am BIP wäre das der größte Investitionszyklus seit dem Eisenbahnbau des 19. Jahrhunderts. Das Tempo lässt allerdings nach: Das Wachstum fällt von fast 100 Prozent im Jahr 2026 auf 54 Prozent 2027 und 12 Prozent 2028, so Stratege Ryan Hammond. Um die Ausgaben zurückzuverdienen, bräuchten die Konzerne rund 300 Milliarden Dollar KI-Umsatz pro Jahr. Das Cloud-Umsatzwachstum stieg von 25 Prozent 2024 auf 48 Prozent im zweiten Quartal 2026; ob die Erlösentwicklung von Labors wie OpenAI und Anthropic schnell genug ist, bleibt offen.
Goldman weist zudem darauf hin, dass die Ausgaben inzwischen über dem liegen, was die Unternehmen operativ erwirtschaften – was mehr Fremdfinanzierung bedeutet. Engpässe bei Strom, Fachkräften und Speicherchips könnten das Tempo weiter bremsen. Bereits im Juni hatte die Bank argumentiert, die Konsensschätzungen seien viel zu niedrig. Die Zahlen fallen mitten in die Debatte, ob der KI-Ausbau ein dauerhafter Investitionszyklus oder der Beginn einer Blase ist.




