Deutschland wird eines der ersten großen europäischen Wirtschaftslands sein, das digitale Belege vorschreibt. Ein neues Gesetz verlangt ab 2028 von allen Händlern, elektronische Alternativen zu Papierbelegen anzubieten.

Das Gesetz, das mit breiter parlamentarischer Unterstützung verabschiedet wurde, zielt darauf ab, die jährlich in Deutschland gedruckten geschätzten 8,5 Milliarden Papierbelege zu reduzieren – eine bedeutende Umwelt- und Abfallreduzierungsinitiative. Unternehmen müssen Kunden eine digitale Belegoption anbieten, wobei Papierbelege während einer Übergangszeit noch auf Anfrage ausgegeben werden können.

Für die Einzelhandels- und Point-of-Sale-Technologiebranche stellt das Gesetz einen massiven Modernisierungsschub dar. Unternehmen müssen ihre POS-Systeme aufrüsten, um die Erstellung und Zustellung digitaler Belege per E-Mail, App oder QR-Code zu unterstützen. Branchenschätzungen zufolge werden davon über 400.000 Einzelhandelsstandorte in ganz Deutschland betroffen sein.

Verbraucherschutzorganisationen haben die Initiative weitgehend gelobt und sowohl Umweltvorteile als auch den Komfort durchsuchbarer, speicherbarer digitaler Aufzeichnungen hervorgehoben. Allerdings haben einige Datenschutzexperten Bedenken geäußert, dass digitale Belege ein detaillierteres Verbrauchertracking und -profiling ermöglichen könnten.

Das Gesetz enthält Bestimmungen zum Datenschutz und verlangt, dass digitale Belegsysteme DSGVO-konform sein müssen und Kunden aktiv in den Empfang digitaler Belege einwilligen müssen, anstatt standardmäßig ihre Daten zu erheben.