Martin Shkreli, einst als „Pharma Bro" bekannt, hat gegen das lebenslange Verbot verstoßen, das ihn von der Pharmabranche ausschließt — und das während eines Livestreams. Das behauptet die US-Handelskommission FTC, berichtete Ars Technica.
Das Verbot geht auf einen Vergleich aus dem Jahr 2022 mit der FTC und der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft zurück. Vorausgegangen war die Affäre, die Shkreli berühmt machte: die Entscheidung seines Unternehmens, den Preis des Antiparasitikums Daraprim, das bei Toxoplasmose eingesetzt wird, über Nacht um mehr als 5.000 Prozent zu erhöhen. Die Vereinbarung schloss ihn lebenslang aus dem Pharmageschäft aus — eine der härtesten persönlichen Sanktionen in einem US-Arzneimittelpreisverfahren.
Bemerkenswert an dem neuen Vorwurf ist das Medium. Der FTC zufolge, so die Berichterstattung, liefern Shkrelis öffentliche Livestreams selbst den Beleg für ein Verhalten, das das Verbot untersagt. Das erinnert daran, dass ein lebenslanges Verbot nur so stark ist wie seine Durchsetzung — und dass die Behörde diesmal mit einer ungewöhnlich öffentlichen Beweislage arbeitet.
Shkrelis eigene Streams und seine öffentlichen Äußerungen zogen schon mehrfach juristische und regulatorische Prüfungen nach sich; ein Livestream ist zugleich Werbekanal und verwertbare Akte. Die ersten Berichte ließen offen, welches konkrete Verhalten vorgeworfen wird, welche Maßnahmen die FTC fordert und wie Shkreli reagiert.
Warum das zählt: Der Fall prüft, wie weit ein lebenslanges Branchenverbot im Zeitalter permanenten Streamings reicht. Kann eine einzige öffentliche Sendung Grundlage einer Durchsetzungsmaßnahme sein, steigt der praktische Preis des Verstoßes — und damit auch die Glaubwürdigkeit der Arzneimittelpreis-Vergleiche der FTC als Abschreckung.




