Eine bahnbrechende Studie, die am Donnerstag in Science veröffentlicht wurde, zeigt, dass El-Niño-Ereignisse der letzten 40 Jahre um 36 % stärker sind als vor der industriellen Revolution und etwa 16 % stärker als im 20. Jahrhundert — mithilfe einer neuartigen Technik, die Klimavorschichten aus der Chemie alter und lebender Korallenskelette extrahiert.

Die von Julia Cole geleitete Forschung analysierte Korallenkernproben von den Galápagos-Inseln, einer kritischen Region im östlichen tropischen Pazifik. Durch Messung von Isotopenverhältnissen in Korallenskeletten erstellte das Team eine 1000 Jahre lange Aufzeichnung der El-Niño-Variabilität.

„Etwas sehr Ungewöhnliches geschieht, das höchstwahrscheinlich auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen ist", sagte Mitautor Jonathan Overpeck.

Die Ergebnisse kommen zu einem kritischen Moment: Ein sich entwickelndes Super-El-Nío gewinnt an Stärke und wird voraussichtlich das stärkere Ereignis seit mindestens 1950. NOAA-Prognosen zeigen eine über 90%ige Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El-Niño während Herbst und Winter 2026-27.

Die Studie nutzte 12 modernste Klimamodelle, um natürliche Variabilität als Ursache auszuschließen und den menschlichen Einfluss als wahrscheinlichste Erklärung zu identifizieren.