Sein Tod wurde am 12. Oktober 2011 bekannt. Dennis MacAlistair Ritchie, geboren am 9. September 1941 in Bronxville im US-Bundesstaat New York, war tot in seinem Haus in New Jersey gefunden worden; er wurde 70 Jahre alt.

Ein Großteil der Berichterstattung wurde vom Tod von Steve Jobs eine Woche zuvor überschattet — ein Nebeneinander, das seither zur Standardbeschreibung dafür geworden ist, wie unterschiedlich die Branche ihre Vermarkter und ihre Ingenieure belohnt.

Ritchies Arbeit ist das Fundament, auf dem die Branche aufbaut. Nach seinem Studium in Harvard kam er 1967 zu Bell Labs, und 1969 schrieb er gemeinsam mit Ken Thompson die erste Version von Unix auf einem ausgemusterten PDP-7-Minicomputer. Der Schritt, der es dauerhaft machte, folgte 1972/73: Unix wurde in C neu geschrieben, einer Sprache, die Ritchie aus Thompsons B abgeleitet hatte. Ein Betriebssystem in einer höheren Sprache zu schreiben, machte den Code auf neue Hardware portierbar — und C zur gemeinsamen Sprache der Systemprogrammierung.

C und Unix verließen das Labor. Unix-Ideen flossen in Linux, macOS, die BSD-Familie und das Design der Internetserver ein; C wurde die Sprache, in der Laufzeitumgebungen anderer Sprachen, eingebettete Firmware und große Teile moderner Betriebssysteme geschrieben sind. Ritchie und Thompson erhielten 1983 gemeinsam den Turing Award der ACM und 1998 die National Medal of Technology der USA. Später leitete Ritchie bei Bell Labs das Team, das Unix-Ideen in Plan 9 und Inferno weiterführte.

Der Heise-Jahresrückblick mit dem Titel "Vor 15 Jahren: Der Tod von Dennis Ritchie und das Rätsel seiner Dissertation" kehrt zu einem weniger bekannten Kapitel zurück: seiner Harvard-Promotion. Die Arbeit in angewandter Mathematik gehört zu den dunkelsten Ecken einer sonst gut dokumentierten Biografie, und der Beitrag behandelt sie als Rätsel, nicht als geklärte Akte. Der vollständige Artikel war für diesen Bericht nicht zugänglich.

Unbestritten ist die Form des Erbes. Ritchie gab selten Interviews, veröffentlichte wenig über die Bücher hinaus, die zu Standards wurden — darunter "The C Programming Language", 1978 mit Brian Kernighan geschrieben und bis heute schlicht als K&R bekannt — und schrieb Erfolge konsequent Thompson und den Kollegen zu. Fünfzehn Jahre nach seinem Tod steht die Sprache, die er in wenigen Wochen Arbeit bei Bell Labs entwarf, noch immer weit oben in den Ranglisten der meistgenutzten Programmiersprachen, und das mitgeschriebene Betriebssystem ist nach der Zahl seiner Nachfahren die am weitesten verbreitete Softwarefamilie der Welt.