DeepSeek tut, was es berühmt gemacht hat: alle Preise unterbieten. Das chinesische Startup hat am Freitag offiziell V4-Flash veröffentlicht – den neuesten Versuch, nach dem Überholtwerden durch heimische Rivalen wieder an Dynamik zu gewinnen. Laut dem Benchmark-Unternehmen Artificial Analysis ist das Modell mit Abstand das günstigste aller bekannten Modelle.

Mit 0,14 US-Dollar pro Million Input-Tokens und 0,28 US-Dollar pro Million Output-Tokens kostet V4-Flash im Durchschnitt nur 3 Cent pro Test – gegenüber 86 Cent bei Moonshots Kimi K3, 1,86 US-Dollar bei OpenAIs GPT-5.6 Sol und 3,15 US-Dollar bei Claude Fable 5 von Anthropic. Das macht es bei vergleichbaren Aufgaben rund 105-mal billiger als Fable 5.

Der Vergleich pro Aufgabe ist wichtig, weil er berücksichtigt, wie viele Daten ein Modell verarbeiten muss, um eine Aufgabe abzuschließen: Ein niedriger Listenpreis bedeutet wenig, wenn ein Modell viele zusätzliche Schritte für eine Antwort braucht. Im Intelligenz-Index von Artificial Analysis – der neun Benchmarks aus Programmierung, Denken und Arbeitsplatzaufgaben kombiniert – erreichte V4-Flash 50 von 100 Punkten: gleichauf mit Googles Gemini 3.6 Flash und einen Punkt hinter Metas Muse Spark 1.1 und Z.AIs GLM-5.2. Die Spitzenmodelle von OpenAI und Anthropic lagen neun oder mehr Punkte höher.

DeepSeek-Modell R1 hatte Anfang 2025 einen globalen Ausverkauf von Tech-Aktien ausgelöst, weil es nahezu Spitzenleistung zu einem Bruchteil der Kosten bot. Das Unternehmen – das laut Quellen einen möglichen Börsengang vorbereitet – arbeitet zudem an einem leistungsstärkeren V4-Pro, ohne Termin. Die Veröffentlichung fällt in einen harten Wettbewerb chinesischer KI-Labore – Moonshot, MiniMax, Z.AI, ByteDance und Alibaba – um Unternehmen, die günstige KI in großem Maßstab suchen. Am Montag stellte Alibaba sein bisher größtes Modell Qwen3.8-Max vor.