Ein winziger neuer Frosch ist aus einem unerwarteten Lebensraum ins wissenschaftliche Artenregister gehüpft: aus den Kaffeeplantagen im zentralen Pazifikraum Costa Ricas.

Die neue Baumfroschart – grünlich, nachtaktiv und weniger als vier Zentimeter groß – wurde in San Lorenzo de Tarrazú gefunden, wo Forschende die dunkelgrün gesprenkelten Amphibien beim Insektenjagen zwischen Kaffeesträuchern beobachteten. Lokal trägt sie den Spitznamen "Frühlingsfrosch". Die Entdeckung wurde von AFP gemeldet; die Beschreibung stammt von Herpetologin Chaves-Acuña und Kollegen.

Kaffeeplantagen sind nicht das erste Habitat, an das man bei Biodiversitätsentdeckungen denkt – doch agroforstliche Systeme wie Schattenkaffee können bemerkenswerte Wildtiere beherbergen, und dieser Frosch scheint die Plantagen zur Heimat gemacht zu haben. Seine nachtaktiven Gewohnheiten und seine geringe Größe dürften dazu beigetragen haben, dass er bislang unentdeckt blieb.

Der Fund trägt auch eine Warnung in sich: Pestizideinsatz auf den Plantagen ist eine direkte Bedrohung für die neue Art. Kaffee ist eines der wichtigsten Exportgüter Costa Ricas, und intensiv bewirtschaftete Farmen setzen stark auf chemische Mittel, die für Amphibien tödlich sein können, weil diese Wasser und Chemikalien über ihre durchlässige Haut aufnehmen. Wissenschaftler sagen, die Abhängigkeit des Frosches von aktiven Kaffeeplantagen mache seine Zukunft davon abhängig, wie die Kulturpflanze angebaut wird.

Vorerst reiht sich der "Kaffeefrosch" in die lange Liste der Arten aus den Biodiversitäts-Hotspots Mittelamerikas ein – eine Erinnerung daran, dass neue Entdeckungen selbst in den am stärksten vom Menschen geprägten Landschaften auftauchen können und dass ihr Schutz den Schutz der Farmen selbst bedeutet.