Ignacio Cirac, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München, erhält die Isaac-Newton-Medaille und den dazugehörigen Preis 2026. Das berichtete Physics World. Die Medaille ist die höchste Auszeichnung des Institute of Physics und wird jährlich an eine Physikerin oder einen Physiker beliebiger Nationalität für weltweit führende Beiträge zum Fach vergeben.

Cirac, 1965 in Spanien geboren, gehört zu den Gründungsfiguren der Quanteninformationswissenschaft – jenes Feldes, das fragt, wie Rechnen, Kommunikation und Simulation aussehen, wenn man die Regeln der Quantenmechanik als Ressource behandelt statt als Störfaktor. Die Arbeit, die er 1995 mit Peter Zoller veröffentlichte und in der die beiden vorschlugen, eine Kette gefangener Ionen als Quantencomputer zu nutzen und Quantengatter mit Lasern zu realisieren, zählt zu den meistzitierten des Fachs und gab einem ganzen experimentellen Programm die Richtung vor. Ionenfallen-Maschinen, die auf dieser Idee aufbauen, gehören heute zu den führenden Plattformen im Rennen um nutzbare Quantencomputer.

Sein späteres Werk reicht von der Quantensimulation über Tensornetzwerk-Methoden zur Beschreibung komplexer Quantenzustände bis zur Theorie der Quantenfehlerkorrektur – jener Maschinerie, die funktionieren muss, bevor man einer Quantenmaschine lange Rechnungen anvertrauen kann. 2013 erhielt er gemeinsam mit Zoller den Wolf-Preis für Physik; seit 2001 hat er seine Position am Max-Planck-Institut inne und lehrt zugleich in München.

Die Auszeichnung fällt in einen für das Feld spannungsreichen Moment. Quantencomputer gehören zu den am stärksten finanzierten Bereichen der physikalischen Forschung, doch die heute existierenden Maschinen bleiben verrauscht und klein; das theoretische Gerüst, an dem Cirac mitgebaut hat, entscheidet weiterhin darüber, welche Richtungen das Geld wert sind.