Buergermeisterin Wu bestaetigte, dass Boston die Flock-Safety-Kameras zur Kennzeichenerkennung aufgegeben hat, nachdem das Unternehmen waehrend eines Pilotprojekts eine landesweite Suche aktiviert hatte, die es anderen Strafverfolgungsbehoerden ermoeglichte, auf von Bostoner Polizeikameras erfasste Daten zuzugreifen - ein klarer Verstoss gegen einen Vertrag, der die Datenfreigabe ausdruecklich untersagte.

Das Boston Police Department hatte von April bis September 2025 etwa 45 ALPR-Kameras in einem Versuch mit Flock eingesetzt. Innerhalb von drei Tagen nach dem Start stellte die BPD fest, dass Behoerden landesweit mit einer vom Anbieter faelschlicherweise aktivierten Funktion auf Kfz-Kennzeichendaten aus Bostoner Kameras zugreifen konnten.

Wir haben Flock tatsaechlich aufgegeben, sagte Wu waehrend ihrer monatlichen Ask the Mayor-Sendung auf GBH News. Die Offenlegung erfolgte Tage vor der Veroeffentlichung von Bostons jaehrlichem Ueberwachungstechnologie-Bericht.

Der Bericht stellte fest, dass die Funktion nach Entdeckung sofort deaktiviert wurde und für den Rest des Pilotprojekts kein weiterer direkter Zugriff mehr moeglich war. Er sagte jedoch nicht, wie viele Behoerden waehrend der ersten Tage auf die Daten zugegriffen hatten.

Der Vorfall ereignet sich angesichts wachsender Pruefung des landesweiten ALPR-Netzwerks von Flock Safety. Ein am selben Tag veroeffentlichter Bericht der Electronic Frontier Foundation enthuellte, dass Polizisten landesweit routinemaessig die Flock-Datenbank mit minimaler Begruendung durchsuchen und Gruende wie LOL, LMAO, sexy und idk angeben, um auf sensible Standortdaten zuzugreifen.

Boston setzt Technologie zur Kennzeichenerkennung weiterhin ein. Im Februar 2026 startete ein zweiter Pilot mit Motorola und im Juni 2026 ein dritter mit Axon. Wu sagte, die Stadt braeuche eine oeffentlich genehmigte und autorisierte Richtlinie, die Schutz von Privatsphaere und Buergerrechten garantiere, bevor solche Technologie eingesetzt werde.

Mehrere Staedte haben Flock in den letzten Jahren im Schnelltempo abgeschafft und dabei Bedenken hinsichtlich unkontrollierter Ueberwachung, unerwuenschter Datenfreigabe, hoher Kosten und Berichte über Polizeimissbrauch des Tools genannt. Flock haelt jedoch daran fest, dass sich die Zahl neuer Stadtpartnerschaften bisher 2026 mit einem Verhaeltnis von etwa 10 zu 1 gegenueber Nichtverlaengerungen belaufe.