Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat nach der Veröffentlichung von Daten der Berliner Verwaltung durch die Ransomware-Bande Rhysida eine erhöhte Bedrohungslage ausgerufen. Die Bande hatte ihre Drohung wahr gemacht und nach Ablauf eines Ultimatums am Freitagnachmittag ein 5,8 Terabyte großes Datenpaket aus dem Berliner Landesnetz im Darknet veröffentlicht, nachdem der Senat sich geweigert hatte, ein Lösegeld von 30 Bitcoin — rund zwei Millionen Euro — zu zahlen.
Das BSI erklärte, aus der Veröffentlichung gestohlener Daten könnten 'verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft' entstehen. Besonders im politischen Raum bestehe vor Wahlen die Gefahr von 'Hack-and-Leak'-Operationen: Gestohlene Dokumente und E-Mails würden zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und womöglich aus dem Zusammenhang gerissen. Am 20. September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.
Das Amt geht allerdings nicht davon aus, dass die Täter ein politisches Ziel verfolgten; die Tat sei vermutlich 'ausschließlich finanziell motiviert' gewesen. Zugleich warnt das BSI vor gezielten Phishing-Angriffen nach dem Datenabfluss. Daten mit Bezug zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen könnten die Bedrohungslage zusätzlich erhöhen. Betroffene sollten prüfen, ob ihre Daten betroffen sind.
Der Angriff auf die Berliner Verwaltung war Mitte August bekannt geworden. Deutsche Medien berichten, das veröffentlichte Paket enthalte Millionen teils sensibler Datensätze, darunter auch persönliche Daten von Bürgern.




