Bending Spoons, der italienische App-Entwickler, der dafür bekannt ist, angeschlagene Softwarefirmen zu kaufen und profitabel zu machen, hat sich darauf geeinigt, Airtable in einem Bar-Deal für rund 1,29 Milliarden Dollar zu übernehmen.
Der am Dienstag angekündigte Deal bewertet das relationale Datenbankunternehmen aus San Francisco mit etwa einem Zehntel seines Spitzenwerts: Airtable war 2021 in einer Finanzierungsrunde 11,7 Milliarden Dollar wert, als niedrige Zinsen die Softwarebewertungen der gesamten Branche aufblähten. Das Wall Street Journal nannte die Übernahme "einen Schlag in die Magengrube" für Software-Einhörner und ihre Geldgeber.
Bending Spoons, das im vergangenen Jahr an der Euronext Mailand an die Börse ging, tätigt damit seine größte Übernahme – und die erste seit dem Listing. Das Unternehmen machte sich einen Namen mit dem Kauf verblasster Marken wie Evernote, WeTransfer und Meetup und der Anwendung aggressiver Produkt- und Kostendisziplin. Airtable, dessen No-Code-Datenbanken laut Unternehmensangaben von rund 80 % der Fortune-100-Unternehmen genutzt werden, wird Teil dieses Portfolios.
Für Risikokapitalgeber ist der Preis ein weiterer Datenpunkt der Abrechnung nach 2021: Ein beliebter No-Code-Pionier geht für einstellige Milliardenbeträge an einen Käufer, der für Produkt-Sanierungen – oder je nach Sichtweise für das Ausweiden – bekannt ist.

