Mehr als acht von zehn australischen Teenagern nutzen auch drei Monate nach Inkrafttreten des weltweit ersten Social-Media-Verbots für unter 16-Jährige weiterhin soziale Medien — weil die Plattformen keine wirksamen Alterskontrollen umsetzten, wie die nationale Internetaufsichtsbehörde feststellte.
Der am 31. Juli veröffentlichte Bericht der eSafety-Kommission, Teil einer zweijährigen Studie, zeigt, dass 81 % der befragten Kinder weiterhin altersbeschränkte Plattformen nutzen — kaum weniger als die 86 % vor Inkrafttreten des Verbots am 10. Dezember 2025. Rund 58 % gaben an, die sozialen Medien täglich oder häufiger zu nutzen, nur leicht weniger als zuvor (rund 60 %). Der Anteil der Kontobesitzer sank zwar von 52 % auf 42 %, mit statistisch signifikanten Rückgängen bei YouTube, Snapchat und TikTok — doch die meisten unter 16-Jährigen, die vor dem Verbot Konten hatten, behielten sie oder legten neue an.
Der Hauptgrund: Die Hälfte der Kinder, die ihre Konten behielten, sagte, die Plattformen hätten ihr Alter nie geprüft; andere gaben an, ihre Konten seien als 16 oder älter gelistet gewesen oder die Altersverifikation habe sie fälschlich als älter eingestuft. eSafety kündigte an, mögliche Verstöße von fünf Plattformen zu untersuchen — Facebook und Instagram von Meta, Snapchat, TikTok und Googles YouTube —, und die Regierung verdoppelte im Juni die Höchststrafe bei Nichteinhaltung.
Der Bericht wies zudem auf eine unbeabsichtigte Folge hin: Das Bewusstsein der Eltern für die Online-Aktivitäten ihrer Kinder nahm ab, was Frühintervention erschweren könnte. Die Nutzung von Reddit — das seine Aufnahme in das Verbot vor dem Obersten Gericht anficht — stieg von 6 % auf 9 %.



