Astronomen haben womöglich Jahrzehnte lang am falschen Ort nach außerirdischen Zivilisationen gelauscht. Eine neue Studie, die archivierte Daten des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile auswertete, führte die erste SETI-Durchmusterung des Observatoriums durch — und suchte dabei in einem weitgehend unerforschten, höheren Radiofrequenzbereich.
Die klassische SETI-Forschung lauscht meist im Bereich um 1,4 Gigahertz, in dem die Wasserstofflinie liegt. Das Team um den SETI-Forscher Luigi Mason durchsuchte hingegen zwei Frequenzfenster um 90-93 GHz — über 60-mal höhere Frequenzen, die technologisch fortgeschrittenen Zivilisationen naheliegen könnten, da sie mehr Bandbreite bieten.
Die Durchmusterung umfasste vier archivierte ALMA-Beobachtungen, darunter Sterne in der Nähe. Sie fand keine schmalbandigen Signale künstlichen Ursprungs — aber der eigentliche Durchbruch ist methodischer Natur: Sie zeigt, dass hochfrequente Radioteleskope, die eigentlich für ganz andere Zwecke gebaut wurden, für die Suche nach außerirdischer Intelligenz umfunktioniert werden können.
Die Ergebnisse erweitern die Zahl der Sterne, die bereits nach Technosignaturen durchsucht wurden, beträchtlich — ein Teil des Kosmos, in dem laut Mason die Chancen, eine künstliche Sendung zu entdecken, sogar höher sein könnten, als bisher angenommen.
Die Studie wurde in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.




