Zink-Luft-Zellen versorgen seit Jahrzehnten Hörgeräte – aus einem einfachen Grund: Die Anode besteht aus Zink, und die Kathode holt den Sauerstoff direkt aus der Luft, sodass ein kleines Gehäuse ungewöhnlich viel Energie speichert. Der Haken war stets, dass diese Chemie als Einwegprodukt behandelt wurde. Ist das Zink verbraucht, ist die Zelle erschöpft, und der Nutzer greift zur nächsten.

Laut einem Bericht von Golem will ein neues Design dieses Muster durchbrechen und die hohe Leistung der Zink-Luft-Reaktion mit einer Zelle verbinden, die sich wieder aufladen und wiederverwenden lässt, statt weggeworfen zu werden. Hält das Ergebnis außerhalb des Labors stand, adressiert es ein bekanntes Problem: die schiere Zahl an Einweg-Knopf- und Rundzellen, die im Hausmüll landen.

Die Wiederaufladbarkeit ist die schwierige Hälfte. Zink erneut abzuscheiden, ohne Dendriten wachsen zu lassen, und die poröse Kohlenstoffelektrode, durch die Sauerstoff eintritt, über viele Zyklen hinweg frei zu halten – daran sind die meisten Versuche gescheitert. Ein verbreiteter Ausweg ist mechanisch statt elektrochemisch: Frische Zinkpaste wird durch die Zelle gepumpt, das verbrauchte Material gesammelt und wiederaufbereitet. Das ist streng genommen ein Nachtanken und kein Laden – es tauscht einen Nachteil für Verbraucher gegen eine industrielle Logistikkette.

Der Bericht ordnet die Arbeit als Schritt zu einem leistungsstarken Akkumulator ein, der mit Wegwerfzellen nicht nur chemisch, sondern bei Kosten und Handhabung konkurriert. Die offenen Fragen sind die üblichen jeder Batterieankündigung: die Zyklenlebensdauer, das Verhalten der Luftelektrode nach Hunderten von Zyklen und die Frage, ob die Wirtschaftlichkeit im Maßstab der Fertigung statt am Labortisch trägt.

Zink ist billig, reichlich vorhanden und weitgehend ungiftig – deshalb zieht die Chemie seit Jahrzehnten immer wieder Aufmerksamkeit auf sich. Ob aus diesem Entwurf ein Produkt wird oder ein weiteres vielversprechendes Laborergebnis, zeigt sich vor allem an einer Zahl: wie oft sich die Zelle laden lässt, bevor sie aufhört, sich wie eine Batterie zu verhalten.