England und Wales verbannen Metas Smart-Glasses aus allen Gerichtssälen. Der His Majesty's Courts and Tribunals Service (HMCTS) wird die Geräte am Eingang von Straf-, Zivil- und Familiengerichten konfiszieren und bei Verlassen zurückgeben, wie der Guardian exklusiv berichtet.
Der Grund ist Aufzeichnung. Smartphones bleiben erlaubt, solange sie nicht zur Aufnahme von Verfahren genutzt werden — die Brille jedoch wird vollständig verboten, weil ihre Kameras und Mikrofone Audio und Video verdeckt erfassen können, ohne sichtbares Zeichen einer Aufnahme. Behörden verwiesen auf das Risiko unbefugter Aufzeichnungen und Missachtung des Gerichts (Contempt of Court).
Das Verbot ist Teil einer breiteren britischen Reaktion auf KI-fähige Wearables. Bars, Restaurants und Theater im ganzen Land schließen die Geräte aus, und es gibt berichtete Strafverfahren, in denen Smart-Glasses für verdeckte Aufnahmen genutzt wurden. Das unauffällige Design der Brille, kombiniert mit KI-Funktionen, macht sie zum Brennpunkt von Datenschutzfragen: Menschen in der Umgebung des Trägers können ohne Wissen und Zustimmung aufgenommen werden.
Für Meta ist das Verbot eine unangenehme Erinnerung an die Reibung zwischen KI-Konsumhardware und Datenschutznormen. Die Ray-Ban-Meta-Brille gehört zu den erfolgreichsten Hardwareprodukten des Unternehmens — doch ihre Aufnahmefähigkeiten kollidieren immer wieder mit Orten und Gesetzen, die für eine Ära sichtbarer Kameras gemacht wurden.
Das Gerichtsverbot dürfte Präzedenz schaffen. Andere Justizsysteme und sensible Einrichtungen — Schulen, Fitnessstudios, Umkleideräume, Arbeitsplätze — beobachten, wie Großbritannien die Frage löst; ähnliche Einschränkungen könnten sich ausbreiten, je verbreiteter KI-Wearables werden. Die grundlegende Spannung: Wie lassen sich die Vorteile ständig aktiver KI-Geräte genießen, ohne die Erwartung von Privatsphäre in öffentlichen und halböffentlichen Räumen aufzugeben?




