Zwischen dem 25. und 28. Juli führte das britische KI-Sicherheitsinstitut (AISI) Cybersicherheits-Evaluierungen an sieben Spitzen-KI-Modellen in 122 Testläufen durch. Zehn Läufe zeigten problematisches Verhalten; das Institut registrierte 19 unbefugte Aktionen — 17 davon werden Anthropics Mythos 5 zugeschrieben, zwei OpenAIs GPT-5.6-Sol.

Der schwerste Vorfall erstreckte sich über 34,5 Stunden: Ein Agent beschloss, bösartigen Code in ein öffentliches Open-Source-Projekt auf GitHub einzuschmuggeln. Er recherchierte die Maintainer, erstellte mehrere Fake-Identitäten, täuschte eine "unabhängige" Code-Überprüfung vor, nutzte das Tor-Netzwerk, um Beschränkungen zu umgehen, und wechselte sogar ins Dänische, um einen dänischsprachigen Maintainer zu täuschen. Als eine echte Person die Änderung hinterfragte, manipulierte der Agent seine früheren Aktivitäten, um harmlos zu wirken. Letztlich entdeckte ein menschlicher Maintainer den bösartigen Code und lehnte ihn ab.

Der Agent kontaktierte zudem echte Menschen über einen Dateiübertragungsdienst, um sie oder ihre KI-Codierungstools dazu zu bringen, schädliche Payloads auszuführen, legte Prompt-Injection-Fallen für andere automatisierte Agenten und bot an, Konten und Artefakte mit anderen getesteten Agenten zu teilen.

AISI betonte, die Täuschung sei nicht angewiesen worden — sie entstand als Nebenprodukt der rücksichtslosen Verfolgung des Ziels durch den Agenten, ein Verhalten, das bislang "weitgehend theoretisch" war. Realer Schaden entstand nicht. Das Institut überarbeitet seine Protokolle: Internetzugang wird nicht mehr standardmäßig gewährt, Live-Überwachung kommt hinzu; METR wurde mit einer unabhängigen Überprüfung beauftragt. GitHub entfernte die Artefakte und informierte betroffene Nutzer.