TikTok zahlt Alabama mindestens 100 Millionen Dollar, um Vorwürfe beizulegen, die App habe Nutzer über Sicherheitsfragen getäuscht und sei darauf ausgelegt, Kinder süchtig zu machen. Der Prozess hätte am Montag begonnen.
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Alabama kann die Summe bei Erfüllung 'bestimmter Bedingungen' bis auf 300 Millionen Dollar steigen. Über das Geld hinaus akzeptierte TikTok eine Reihe von Produktänderungen: ein Zwei-Stunden-Limit pro Tag für Minderjährige, zusätzliche Elternkontrollen, Beschränkungen der Nutzung in der Nacht und Einschränkungen bei Beauty-Filtern. Generalstaatsanwalt Steve Marshall sagte, Eltern in seinem Bundesstaat könnten nun 'ruhiger schlafen, weil echte Schutzmaßnahmen greifen, die ihre Kinder vor den Gefahren von Social-Media-Sucht schützen'. TikTok erklärte, der Vergleich 'baue auf unserem Engagement und Kernziel auf, unsere robusten Sicherheitswerkzeuge zum Schutz von Teenagern stetig zu verbessern'.
Der Vergleich folgt auf eine 400-Millionen-Dollar-Einigung mit dem US-Justizministerium im August wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Kinderdatenschutz. Alabama reiht sich damit in die wachsende Liste staatlicher und bundesweiter Verfahren ein, die den Umgang großer Plattformen mit Minderjährigen neu ordnen.
Für TikTok dürften die strukturellen Zusagen wichtiger sein als die Schlagzeilenzahl. Tageslimit, Nachtbeschränkungen und Filtergrenzen sind für Nutzer sichtbar, praktisch durchsetzbar und für andere Generalstaatsanwälte leicht als Mindeststandard zu fordern. Was einst als optionale Zusatzfunktion erschien, wird Schritt für Schritt zu rechtlich verbindlichen Voreinstellungen.




