Super Micro Computer hat nach Börsenschluss die Ergebnisse des vierten Quartals und des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt – und die Aktie sprang im nachbörslichen Handel um mehr als 9 % nach oben, nachdem der KI-Serverhersteller einen Umsatzausblick abgegeben hatte, der die Erwartungen der Wall Street weit übertraf.

Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz zwischen 65 und 72 Milliarden Dollar – deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von rund 52,5 Milliarden Dollar. Die Zahlen krönen ein Jahr außergewöhnlichen Wachstums: Der Umsatz des Geschäftsjahres 2026, das im Juni endete, hat sich laut Unternehmensangaben auf rund 39,1 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt, angetrieben von der unersättlichen Nachfrage nach Servern und Kühlsystemen für KI-Rechenzentren.

Der Ausblick von Supermicro gilt als wichtiger Stimmungstest für die gesamte KI-Infrastruktur-Lieferkette – von Chipherstellern über Netzwerkausrüster bis hin zu den Neoclouds, die die Rechenzentren betreiben. Das Unternehmen hat sich als führender Anbieter von Hochleistungsservern für GPU-Cluster positioniert und von Engpässen profitiert, die Hyperscaler und KI-Labore zu schnellen Lieferanten drängen.

Die Rally nach Handelsschluss fiel mit einer breiteren Erholung der KI-Werte zusammen, während die Märkte auf die US-Inflationsdaten und die anstehende Berichtssaison der chinesischen KI-Unternehmen blickten. Analysten wiesen darauf hin, dass die Prognose von Supermicro auch widerspiegelt, wie stark sich die Nachfrage nach Rechenleistung von einzelnen Großkunden auf ein breiteres Spektrum von Unternehmen ausgeweitet hat.

Offen bleibt, wie nachhaltig die Margen angesichts aggressiver Preiskämpfe und steigender Komponentenkosten bleiben – ein Thema, das die Aktie in den vergangenen Quartalen bereits belastet hat. Zunächst aber überwiegt das Signal: Der KI-Hardware-Boom hat im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Maßstäbe gesetzt – und Supermicro rechnet fest damit, dass er sich fortsetzt.