Hardware-Entwickler und YouTuber Roman 'der8auer' Hartung hat erneut einen GPU-Betrug aufgedeckt – diesmal eine professionell ausgeschlachtete Karte in Deutschland. Ein Zuschauer kaufte eine gebrauchte Palit RTX 5090 über Kleinanzeigen für 1.800 Euro in bar. Er traf den Verkäufer persönlich, sah eine ein Jahr alte Rechnung über zwei Karten, konnte die Karte aber vor Ort nicht testen. Sie lieferte nie ein Bild.
Auf dem Prüfstand leuchtete die Karte, zog am Stromanschluss aber 0 Watt. Als der8auer Backplate und Kühler entfernte, fand er ein echtes Palit-RTX-5090-Board – ohne GPU- und Speicherchips. Die Bauteile waren mit professionellem Rework-Gerät entfernt worden: nötig sind eine beidseitig wärmende Lötstation und echtes Know-how. Zudem passte die Seriennummer der Karte nicht zu ihrem Karton.
Solche Chips landen nicht im Müll. heise online weist darauf hin, dass ausgeschlachtete GPUs und VRAMs auf leere Platinen für selbst gebaute KI-Beschleuniger wandern – ein Markt, der durch Exportbeschränkungen wächst, die die schnellsten US-Chips aus China fernhalten, wo Rechencluster aus Gaming-GPUs gefragt sind. Ausgeschlachtete Karten gab es international schon häufiger; in Deutschland ist dies einer der ersten Fälle mit einer professionell entkernten Karte.
Neue RTX 5090 kosten inzwischen fast 5.000 Euro – der geforderte Preis von 1.800 Euro war also bereits ein Warnsignal. der8auer hofft, dass der Hersteller die Karte über die Seriennummern zurückverfolgen kann; der Käufer hat Anzeige erstattet. Der Rat für Käufer gebrauchter High-End-GPUs: erst testen, dann zahlen – selbst wenn das Angebot lokal und persönlich wirkt.




