Eine der leisesten Arten, wie eine Plattform Macht ausübt, ist die Voreinstellung. Wer Siri bat, 'spiel etwas Musik' abzuspielen, landete auf dem iPhone jahrelang bei Apple Music: Dienste von Drittanbietern funktionierten, aber nur, wenn man sie beim Namen nannte. Unter iOS 27 ändert sich das — Spotify-Nutzer können den Dienst zur Standard-Musik-App machen, sodass eine schlichte Anfrage bei Spotify landet, wie TechCrunch berichtet.
Technisch ist das ein Schalter in den Einstellungen. Praktisch ist die Voreinstellung der Ort, an dem Gewohnheiten entstehen. Wer Musik per Sprache startet, will eine Entscheidung treffen — 'Musik an' — und nicht drei weitere. Der Dienst, der diese Anfrage beantwortet, bekommt die Wiedergabe, die Daten und die Bindung an den Nutzer, ohne dass jemals eine App geöffnet wird.
Für Spotify ist der Zugang zu genau dieser Position seit Langem der Kern des Streits mit Apple, und er ging nie nur um Musik. Der Streit reichte von der 30-Prozent-Provision im App Store über Anti-Steering-Regeln, die begrenzten, wie Spotify auf seine eigene Anmeldeseite verweisen durfte, bis zur Durchsetzung des Digital Markets Act in der EU, einschließlich einer Geldbuße gegen Apple in Höhe von rund 500 Millionen Euro im Jahr 2025 wegen Behinderung des Wettbewerbs bei Musik-Streaming-Apps.
Das Öffnen des Standard-Platzes für Musik ist genau jene Art von Abhilfe, die Regulierer entwerfen und konkurrierende Produkte tatsächlich spüren: keine neue Funktion, sondern ein entfernter Reibungspunkt. Es ist auch ein Lehrstück darüber, wie Plattformneutralität in der Praxis aussieht — sie wird selten freiwillig eingeräumt und meist Zug um Zug erzwungen.
Der wichtigere Effekt könnte ein indirekter sein. Ist die Standard-Musik-App erst einmal wählbar, wird die Frage, warum dasselbe nicht auch für Karten, Nachrichten oder den Browser gilt, schwerer zu beantworten — und jede weitere Kategorie ist ein weiterer Markt, in dem der Vorteil des Standardplatzes verschwindet.
Noch offen: Der Bericht macht nicht abschließend klar, ob die Änderung weltweit gilt oder nur dort, wo der Digital Markets Act greift. Auch die genaue Platzierung der Einstellung und ob sie bestehende Nutzer automatisch erfasst, ist nicht bestätigt.




