SpaceX übernimmt 100 Prozent des landesweiten 800-MHz-Spektrumportfolios von Grain Management – bis zu 14 Megahertz gepaartes Low-Band-Spektrum –, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die finanziellen Einzelheiten wurden nicht genannt; das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen von einem Kaufpreis von rund 8 Milliarden US-Dollar in bar. Grain Management hatte die Lizenzen erst in diesem Jahr von T-Mobile erworben. Der Abschluss bedarf noch der Genehmigung durch die US-Fernmeldebehörde FCC.
Der technische Kern des Deals ist Low-Band-Spektrum. Starlink Mobile verfügt bereits über globales 2-GHz-Mid-Band-Spektrum für Bandbreite, doch Mid-Band-Signale kommen nur schwer durch Wände und dichte Hindernisse. Die 800-MHz-Frequenzen reichen weit und dringen durch Gebäude und Baumkronen – genau die Schwachstelle von Satelliten-Telefonnetzen. Da die meisten vorhandenen Handys das Band unterstützen, brauchen Kundinnen und Kunden keine speziellen Satellitentelefone, was Voraussetzung für ein Massenangebot ist.
Der Markt wertete die Ankündigung als direkten Angriff auf das amerikanische Funk-Oligopol. Die Aktien von AT&T, Verizon und T-Mobile US fielen im nachbörslichen Handel um rund 6 Prozent, wie Reuters berichtete. Die drei Betreiber hatten im Mai ein satellitenfokussiertes Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das Analysten zufolge als Antwort auf SpaceX gedacht war. Die Analysten von William Blair erwarten laut eigener Einschätzung 'ein sehr attraktives Bündel aus Starlink-Breitband und Starlink Mobile' und spekulierten, dass SpaceX sogar Musks Chatbot Grok in das Paket aufnehmen könnte.
Die Position von SpaceX verbesserte sich in dieser Woche weiter, als die FCC den Gen2-Antrag von Starlink Mobile genehmigte: 15.000 Satelliten, optimiert für 2-GHz-Spektrum in sehr niedriger Erdumlaufbahn, wo Latenz und Bandbreite günstiger sind. FCC-Chef Brendan Carr begrüßte den Spektrumkauf: Er bringe 'mehr Investitionen, mehr Chancen für eine Reihe von Anbietern und Amerika an der Weltspitze bei Next-Gen-Technologien'. Grain-CEO David Grain sagte, der Deal könne 'verändern, wo und wie Amerikaner sich verbinden'.
Die etablierten Betreiber geben sich nicht geschlagen. Verizon-Sprecher Rich Young argumentierte, Spektrum allein ändere wenig: 'Das Unternehmen kann tonnenweise Spektrum haben, aber wenn es das Netz nicht hat, um es zu nutzen, spielt es keine Rolle. Es ist einfach leere Luft.' SpaceX müsste ein Netz aufbauen und betreiben, das terrestrische Qualität erreicht – doch der Deal markiert den Moment, in dem Direct-to-Device von einer Nischen-Sicherheitsfunktion zum kommerziellen Rivalen der Mobilfunknetze wurde.
Quellen
- reuters.comSpaceX takes aim at US wireless carriers with spectrum acquisition
- wsj.comSpaceX Makes Big Play to Become a Wireless Carrier (WSJ)
- satellitetoday.comSpaceX Moves to Acquire Nationwide Low-Band Spectrum for Starlink Mobile
- heise.deIn Kombination mit Starlink: SpaceX will ins Mobilfunkgeschäft einsteigen (heise online)




