Batteriehersteller erhitzen ihre Materialien seit langem, um jede Spur von Wasser zu entfernen – in der Annahme, Feuchtigkeit sei der Feind der Batteriechemie. Forschende der University of Surrey testeten diese Annahme an nanostrukturiertem Natriumvanadat-Hydrat (NVOH) – und fanden sie spektakulär widerlegt: Das Belassen des Wassers verdoppelte die Ladungsspeicherung gegenüber typischen Natrium-Ionen-Materialien fast, beschleunigte das Laden und blieb über mehr als 400 Zyklen zuverlässig – damit gehört es zu den stärksten berichteten Kathoden für diesen Batterietyp. Das ist bedeutsam, weil Natrium in Meerwasser und Mineralien reichlich vorkommt, während Lithium teuer und umweltbelastend ist – Leistung war stets die Schwachstelle von Natrium.

Das Material funktionierte auch im Salzwasser weiter: Es zog Natriumionen an sich, während eine Grafitelektrode Chlorid entfernte – elektrochemische Entsalzung. Hauptautor Dr. Daniel Commandeur sagte, die Ergebnisse seien völlig unerwartet gewesen. Künftige Geräte könnten Solar- oder Windenergie speichern und zugleich Meerwasser in Süßwasser verwandeln – ein doppelter Nutzen für Küstenregionen. Die im Journal of Materials Chemistry A veröffentlichte Forschung steckt noch in einem frühen Stadium; vor kommerziellen Batterien oder Entsalzungsanlagen sind weitere Tests nötig.